„In 100 Solaranlagen um die Welt“ – für den guten Zweck nachhaltig reisen mit reisefroh

Ökologischer und nachhaltiger Tourismus ist Anne und Sebastian von reisefroh ein großes Anliegen. Während andere schon verzweifeln, wenn sie „nur“ einen längeren Trip oder eine Weltreise planen, gehen die beiden „sanften Touristen“ noch einen großen Schritt weiter. Ihr Ziel ist, mit ihrem gemeinnützigen Verein SunHelp International e.V. weltweit 100 Solaranlagen in Haushalten ohne Strom zu installieren. Individualreisen für den guten Zweck – nachhaltig „reisen, entdecken, verändern“! Bei ihrem ökologischen „Tourismus“ unterstützt sie das Ultraleichtzelt Trek Escape und die selbstaufblasbare Isomatte Trek Bed 2. Unsere Bewunderung für dieses Vorhaben und die bereits erzielten Erfolge!

Wie muss es wohl sein, wenn eine Reise kein Ende hat? Wenn man nicht in drei Wochen wieder in den Flieger steigt und nach Hause reist? Einmal um die ganze Welt, aber ohne Rückreisedatum…

Am 14. Juli 2016 wurde dieser Traum endlich war. Wir brachen auf in Richtung Asien: Voller Vorfreude, Abenteuerlust und dem großen Ziel, währenddessen auch mindestens 100 Solaranlagen für Menschen ohne Licht und ohne Strom in Entwicklungsländern zu installieren.

Gemeinnützigkeit und nachhaltiges Reisen verbinden: Die Idee für das Projekt von reisefroh

Ich möchte gerne ein Waisenhaus ohne Stromanschluss in Kenia mit Solarenergie ausstatten. Könntest Du mir bitte bei der Berechnung helfen?“ Diese Anfrage landete 2014 bei Sebastian im E-Mail-Postfach, der damals noch als Unternehmensberater im Bereich erneuerbare Energien arbeitete. „Klar!“, begeistert sagte er zu. Dass wir kurz darauf den gemeinnützigen Verein SunHelp International e.V. gründen und sich aus dieser E-Mail heraus das wohl abenteuerreichste und spannendste Projekt unseres Lebens entwickeln würde, das ahnte Sebastian damals noch nicht.

Was ihn aber sofort beeindruckte war, mit wie wenig Geld und einfachen technischen Mitteln die Lebensqualität von Menschen enorm verbessert werden kann. Und so wurde der Satz „Wir bringen Licht ins Dunkel“ das offizielle Motto unseres Vereines, und „Reisen, entdecken, verändern“ das Motto unserer ganzen Reise. Denn unser Ziel lautet: Während unserer Weltreise eigenhändig und gemeinnützig Solaranlagen in Entwicklungsländern installieren. Und zwar mindestens 100 Stück!

Sanfter Tourismus in Kambodscha - Der Moment wenn das Licht angeht

Sebastian hat erfolgreich seine erste Solaranlage in Kambodscha installiert und macht glücklich das Licht an!

Bisherige Erfolge: 31 Solaranlagen für Kambodscha & Vietnam

Von Moskau aus bringt uns die Transsibirische Eisenbahn bis an den Baikalsee, der Flieger nach Thailand und der Bus nach Kambodscha, ein Land, das aufgrund der Tempelanlage von Angkor Wat weltberühmt ist. Sonst wissen wir von Kambodscha eigentlich noch nicht viel, vor allem nicht, dass noch heute 80% der Bevölkerung nicht an das Stromnetz angeschlossen sind und ein Großteil der Bevölkerung in bitterer Armut lebt!

So auch eine alleinerziehende Frau mit ihren drei kleinen Kindern, von denen sie eines bereits weggeben musste, da sie es nicht mehr ernähren konnte. Unser lokaler Kontakt führt uns zu ihr, erklärt, dass wir gekommen sind, um eine Solaranlage zu installieren, damit sie abends Licht hat. Sie fängt bitterlich an zu weinen, denn die Kerzen (25 Cent pro Stück) kann sie sich nicht mehr leisten…

Die anderen sieben Projekte in Kambodscha sind leider ebenso traurig und wir oft zu Tränen gerührt. Licht verändert Leben, Licht bringt eine bessere Zukunft und Licht schenkt Hoffnung! Das wird uns in diesen Augenblicken zutiefst bewusst.

Nachhaltig reisen in Kambodscha - Das erste Projekt

Die kambodschanische Frau und eine ihrer zwei Töchter schauen gespannt zu, wie Sebastian eine Solaranlage auf dem Dach ihrer Wellblechhütte installiert.

Ökologischer Tourismus in Kambodscha - Das Leben dieses Kindes wird sich bald verändern

Dieser kleine kambodschanische Junge beobachtet Sebastian bei der Installation einer Solaranlage.

Weitere 20 Solaranlagen installieren wir in Vietnam auf sechs Schulen der ethnischen Minderheit der Hmong. Diese lebt abgeschieden von jeglicher Zivilisation in den Bergen Nordvietnams von der Subsistenzwirtschaft. Die Kinder helfen bis abends auf dem Feld und werden danach notdürftig in den dunklen Lehmhütten unterrichtet.

Wir sind die ersten Westler, die in diese Bergdörfer reisen, werden von einer achtköpfigen Polizeieskorte begleitet und übernachten in der lokalen Polizeikaserne. Aufregung pur, aber nachdem wir erfolgreich alle Solaranlagen installiert haben, erreichen uns einige Tage später eine Nachricht und ein ganz besonderes Bild:

Sanfter Tourismus in Vietnam - Lehrer hat das erste Mal Licht

„Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich elektrisches Licht habe und die erste Nacht, in der ich nicht im Dunkeln sitze, sondern den Unterricht für die Kinder vorbereiten kann. Danke!“, Dinh Hung Dang, Lehrer der Dorfschule, der selbst im Klassensaal wohnt, kocht und übernachtet.

Neugierige Kinder schleichen sich unsicher an. Sie haben noch nie zuvor Westler gesehen!

Nachhaltig reisen in Vietnam - Licht für 6 Schulen

Zusammen mit unseren Projekthelfern haben wir es geschafft: 20 Solaranlagen für 162 Kinder in Vietnam!

Ökologischer Tourismus in Vietnam - Solaranlagen auf Dorfschule

Fertig installierte Solaranlagen auf einer der Dorfschulen in Vietnam.

Die Vorbereitungen auf das nächste nachhaltige Projekt von reisefroh in Nepal: Ein Dorf braucht Strom

Aktuell planen wir das bisher größte Vorhaben unserer Vereinsgeschichte. Wir werden im Oktober in Nepal ein ganzes Dorf mit Strom ausstatten. Geplant sind etwa 40 bis 50 Solaranlagen und Licht für über 300 Menschen! Dazu werden wir einige Tage in dem Dorf bleiben und zelten.

Kein Wunder, dass dieses Mal der organisatorische Aufwand besonders groß ist und wir darüber hinaus auch noch ganz besonders hochwertiges und vor allem leichtes Equipment benötigen. Daher freuen wir uns umso mehr darüber, dass outdoorer uns mit dem Zelt Trek Escape und zwei Isomatten Trek Bed 2 ausgestattet hat! Ein großes Dankeschön für diese tolle Unterstützung! (:

Die Bilder zeigen Sebastian beim Aufbau des Zeltes. Um uns mit dem Equipment vertraut zu machen, haben wir es probehalber schon vor der Abreise aufgebaut. Trotz erschwerter Bedingungen (es war extrem windig und wir haben die Bedienungsanleitung natürlich zuhause vergessen, schafften wir es intuitiv und in nur 10 Minuten, das Zelt im ersten Durchlauf vollständig aufzubauen. Wir sind absolut begeistert und die Vorfreude auf  Nepal könnte größer nicht sein! (:

Noch ein paar allgemeine Worte zur Vorbereitung: Wenn wir ein Projekt planen, suchen wir im ersten Schritt immer einen vertrauenswürdigen Kontakt zu einer bereits im Land ansässigen Hilfsorganisation. Denn die hat meistens die besten Ortskenntnisse und weiß, welche Gegenden noch nicht an das Stromnetz angeschlossen sind. Darüber hinaus kann sie uns bei eventuell bürokratischen Hürden beraten und hat Projekthelfer, die uns vor Ort auch bei der Umsetzung unterstützen können.

Außerdem ist unser Ziel, eine langfristige Kooperation aufzubauen, denn wir brauchen auch dann Ansprechpartner für die Betroffenen, wenn wir selbst nicht mehr im Land sind. Ist dieser Teil geschafft, geht die intensive Sponsorensuche los, sowie das Finden von engagierten Unternehmen wie outdoorer, die uns auch mit Sachspenden unterstützen. Den Rest organisieren wir erst dann, wenn wir im Projektland angekommen sind. Aber dazu mehr im zweiten Teil unserer Artikelserie. (:

 

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