Mit dem Rucksack durch Laos – begleiten Sie Tobias ein Stück auf seiner Reise durch Südostasien

Outdoorer Kunde Tobias war mit Freunden in Südostasien unterwegs. Welche Erfahrungen er auf seiner Laos Reise gemacht hat, lesen Sie in seinem spannenden Reisebericht.

Reisebericht von Laos vom 8.12. bis 19.12.2014

Hallo zusammen, ich bin Tobias (23) und möchte euch ein wenig an meinen Erfahrungen, die ich in Laos gemacht habe, teilhaben lassen. Laos ist eine Station von vielen in Südostasien, die meine Reisepartnerin Jenny und ich im Winter 2014/15 bereist haben. Nachdem mein Kumpel Markus für einige Zeit auch ein Teil dieser Truppe war, mussten wir ihn jedoch schweren Herzens am 8. Dezember in Bangkok zurücklassen von wo aus er seine Heimreise antrat. Somit wurde Bangkok zum Ausgangspunk für unsere Reise nach Laos. Da wir am 24. Dezember wieder in Bangkok sein wollten, um mit Freunden gemeinsam Weihnachten zu feiern, hatten wir also etwas mehr als zwei Wochen Zeit, in denen wir eigentlich den Norden von Laos und einen Großteil Nordthailands bereisen wollten. Laos hat die Planung jedoch etwas über den Haufen geworfen und aus geplanten 5 wurden reelle 10 Tage die wir in Laos verbracht haben und Thailand blieb etwas auf der Strecke.


1. Einreise nach Laos

Wie bereits erwähnt war Bangkok der Ausgangspunkt für unsere Laosreise. Wir haben uns für eine Überlandeinreise entschieden, da die Flugpreise überraschend in die Höhe schossen und wir durch den Overnighttrain sogar Zeit „gespart“ haben. Abfahrt ist ca. 20 Uhr und man muss nur 2 Mal umsteigen, am Ende kommt man jedoch mit dem Taxi/Bus in der Hauptstadt von Laos, Vientiane, um ca. 11 Uhr am nächsten Tag an. Ein guter Tipp ist sich jedes Ticket einzeln zu kaufen und nicht die komplette Fahrt bei einem Travel Agent. Spart Zeit und Geld. Sehr gut erklärt wird dies hier.

Die Gesamtkosten liegen je nach Fahrtklasse zwischen 20-40€ p.P.

Grenzkontrolle in Laos

Zug zur Überquerung der Grenze

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 1: Grenzkontrolle in Laos                                              Abb. 2: Zug zur Überquerung der Grenze

2. Stop: Vientiane

Trauriges Fundstück auf einem Markt in Vientiane

Abb. 3: Trauriges Fundstück auf einem Markt in Vientiane

Wir haben ein Hostel im Zentrum Namens „Vientiane Backpackers Hostel“ gewählt. Der Preis lag mit ca. 4€ p.P. und Nacht im normalen Bereich für Laos. Sollte man bereits eine Weile in Asien unterwegs sein, wird man sehr überrascht sein, Baguettes in allen Varianten vorzufinden, welche sich nicht vor ihren großen Brüdern aus Frankreich verstecken müssen. Da Laos eine französische Kolonie war lassen sich vor allem in den größeren Städten sehr große Einflüsse der europäischen Kultur vorfinden welche man auch auf keinen Fall missen sollte. Vientiane würde man nicht als Hauptstadt identifizieren wenn man es nicht wüsste. Alles geht sehr gemächlich zu und durch die Sperrstunde ist nach 22 Uhr abends nicht mehr viel los.

 

Persönliches Highlight: Schuhreparatur

Abb. 4: Persönliches Highlight: Schuhreparatur

Wir haben am ersten Tag den Markt angeschaut, welcher nahezu ALLES anbietet und auf dem Weg immer wieder verschiedene Sehenswürdigkeiten entdeckt. Der Nightmarket hingegen war eher überhäuft mit chinesischer Importware als interessanten Souveniers. Am besten lässt sich die Stadt jedoch mit dem Fahrrad erkunden, wobei auch dies schnell geschehen ist. Ich habe eine frühmorgendliche Fahrradtour zum Wahrzeichen der Nation gemacht, Pha That Luang. Auf dem Weg konnte ich auch noch ein leckeres Baguette am Straßenrand erhaschen, während ich meine in Mitleidenschaft gezogenen Schuhe nähen ließ. Die überschaubare Größe führte dann auch dazu, dass wir auf unserer Laos Reise Vientiane bereits am selben Morgen mit dem Bus verlassen haben. Ursprünglich hatten wir geplant direkt nach Luang Prabang zu fahren, da uns zu Beginn 12h Fahrzeit in einem Bus doch sehr lange erschienen, haben wir uns entschieden auf halbem Weg in der ehemaligen Partystadt Vang Vieng einen Stopp einzulegen.

 

Wahrzeichen Laos' Pha That Luang

Abb. 5: Wahrzeichen Laos‘ Pha That Luang

 

3. Stop: Vang Vieng

Sonnenuntergang in Vang Vieng

Abb. 6: Sonnenuntergang in Vang Vieng

Nach der ersten Überraschung, dass der Bus überbucht war und wir auf zwei verschiedene Busse aufgeteilt wurden, stellte sich heraus, dass auch der zweite Bus überbucht war und erst nach langen Diskussionen losgefahren werden konnte. Erste Lektion in Laos: Willst du einen guten Platz im Bus, sei sehr früh da, willst du überhaupt einen, komme wenigstens nicht zu spät. Nach einer holprigen Fahrt Richtung Norden hat mein Minibus Jenny sogar noch überholt wodurch ich bereits gegen 16 Uhr in unserem Hotel „Haven Hotel & Spa“ einchecken konnte. Der Namen hört sich vielversprechend an, man bekommt aber nicht mehr als man bezahlt (ca. 20€ pro Doppelzimmer). Als Jenny ca. eine Stunde später ankam machten wir uns auf den Weg in die „Stadt“ um uns zu erkundigen, was wir denn am nächsten Tag so machen könnten. Unsere Wahl fiel auf eine Tagestour die mit Zipplining begann, danach eine Tour die das „Water Cave“ einschloss und anschließend auf der Route der Partygänger mit einer Kajaktour abschloss.

Water Cave

Abb. 7: Water Cave

Vang Vieng hatte viele Jahre DEN Ruf als Partytown in Südostasien. Beim Tubing setzt man sich am Ende des Flusses in einen aufgeblasenen LKW-Reifen und lässt sich langsam den Fluss entlang verschiedener Bars entlang treiben. Dort wurde man von den Betreibern an die Theke „gezogen“, auf der Speisekarte standen neben den üblichen Getränken jedoch auch allerlei illegale Angebote die von Cannabis bis Opium reichten. Die Kombination dieser Angebote, mit partywütigen Backpackern in Tubes gepaart mit einem von Felsen übersäten Fluss führten zu vielen Un- und auch Todesfällen. Deshalb setzte die Regierung dem bunten Treiben Anfang 2013 ein Ende. Es sind jedoch immer noch 5 Bars vorhanden, aber selbst diese hatten nicht alle offen. Das berühmte Tubing ist zwar noch möglich, aber bei Weitem nicht mehr so abgefahren, wie es das wohl noch vor der Schließung des Großteils der Bars war. Wir wollten jedoch auch hier nicht lange bleiben und hatten einen Overnightbus nach Luang Prabang gebucht. Dieser hatte leider gleich ca. 2h Verspätung wodurch wir erst um 12 Uhr abends losfahren konnten. Wir staunten jedoch nicht schlecht, als wir feststellen mussten, dass nur noch vereinzelt Betten frei waren und wir im Endeffekt neben Fremden auf engstem Raum schlafen mussten. Sehr empfehlenswert ist es deshalb Baldrian oder Vergleichbares bei sich zu haben, da neben der ungewohnten Schlafsituation feldwegähnliche Straßengegebenheiten vorherrschen.

 

4. Stop: Luang Prabang

Spezielle Spezialitäten

Abb. 8: Spezielle Spezialitäten

Trotz der Verspätung des Busses, waren wir pünktlich um 6 Uhr morgens in Luang Prabang. Die Stadt, welche ebenfalls die ehemalige Hauptstadt des Landes darstellt, war trotz der frühen Stunde schon belebt. Nach langer und umständlicher Suche nach unserer Unterkunft „Sakura Guesthouse“ haben wir den Tag gleich genutzt und sind über den Markt geschlendert und haben uns an den köstlichen Baguettes und Fruchtshakes der Stände nahe der Stadtmitte gestärkt. Der Markt der hauptsächlich Güter des täglichen Bedarfs feil bot, hielt wie bereits der Markt in Vientiane einige Überraschungen bereit.

"Frühstücksmeile" im Stadtzentrum

Abb. 9: „Frühstücksmeile“ im Stadtzentrum

Neben frischen Eichhörnchen, Fröschen, Insekten und anderen für uns Europäer ungewöhnliche Zutaten gab es auch Unmengen an Gemüse und Kräutern welche man besonders gut bei Kochkursen, die einen Marktbesuch einschließen, kennenlernen kann. Besonders sehenswert sind jedoch die unzähligen Wats, welche über die ganze Stadt verteilt zu bewundern sind. Nach einem Abend im Dyen Sabai Restaurant, auf der anderen Seite des Flusses (nicht Mekong) über die Bambusbrücke, haben wir dies am nächsten Tag auch ausschließlich gemacht. Das Essen wie auch die Getränke sind sehr lecker… Wer seinen Aufenthalt in Luang Prabang jedoch deutlich aufwerten möchte, muss die Stadt verlassen. Mit einem gemieteten Roller haben wir uns deshalb auf dem Weg zu den Kuang Si Wasserfällen gemacht, welche ca. eine Fahrtstunde weiter im Süden liegen.

Teile des Kuang Si Wasserfalls

Abb. 10: Teile des Kuang Si Wasserfalls

Die Hauptattraktion und im Hintergrund der Wasserfall

Abb. 11: Die Hauptattraktion und im Hintergrund der Wasserfall

Wer diese Wasserfälle gesehen hat, tut sich schwer ebenbürtige zu finden. Besonders bei Sonnenschein fast unglaublich! Vom tiefen Süden haben wir uns dann mit dem Roller den Weg zurück Richtung Stadt gekämpft. Hier gab es jedoch noch keine Rast für uns, da wir zu den Pak Ou Caves im Norden weiter wollten. Hier befinden sich mehr als 5000 Bhuddastatuen und selbst der König besuchte diese Höhlen in der Vergangenheit regelmäßig. Wer diese Fahrt jedoch auf sich nimmt sollte mindestens mit einer Sonnenbrille, besser mit einem Atemschutz bewaffnet sein. Die Straße ist teilweise nicht ausgebaut und bei trockenem Wetter ist es entsprechend staubig. Durch die vielen Schlaglöcher ist ebenso eine Heimfahrt vor Dunkelheit empfehlenswert. Der gesamte Tag inkl. Eintritte und Rollermiete war jedoch mit ca. 15€ p.P. mehr als sein Geld wert und hat uns beiden sehr gut gefallen. Nach 2 Nächten in Luang Prabang trennten sich unsere Wege jedoch vorübergehend. Ich wollte weiter in den Norden Laos‘ um Trekken zu gehen, Jenny zog es vor eine Mekongfahrt zu unternehmen und wir verabredeten, uns in Chiang Rai (Thailand) wieder zu treffen.

Ausschnitt aus den Pak Ou Caves

Abb. 12: Ausschnitt aus den Pak Ou Caves

 

5. Stop: Lunag Nam Tha

Unser Minivan auf der Straße nach Luang Nam Tha

Abb. 13: Unser Minivan auf der Straße nach Luang Nam Tha

Nach gemeinsamen 8 Wochen trennten wir uns also nun das erste Mal und ich verließ das Guesthouse bereits um 7 Uhr um in den Norden aufzubrechen. Offiziell sollte die Strecke in 8 Stunden mit dem Minivan gemeistert sein, was jedoch nicht ganz hingehauen hat. Auch hier war der Bus wieder überbucht und ein Mitreisender musste zunächst an einen anderen Busbahnhof gebracht werden um mit einem anderen Bus die Reise anzutreten. Die übrigen 12 Mitreisenden und mich erwartete im Minivan jedoch eine mehr als holprige Fahrt über unbefestigte Straßen, bevor es uns gegen 19 Uhr vergönnt war in unserem Wunschziel, Luang Prabang, anzukommen.

Typisches Dorf der Hmong

Abb. 14: Typisches Dorf der Hmong

Unter den Mitreisenden war auch ein 38-jähriges Paar aus London, welches sich bereits für eine Trekkingtour entschieden hatte. Die Beschreibung des „Survival Trekkings“ machte mich neugierig, jedoch nicht nur mich, und letzten Endes kam es dazu, dass wir am nächsten Morgen zu viert begleitet von 3 Guides in den unberührten Dschungel Laos‘ aufbrachen. Ich muss zugeben, etwas überrascht gewesen zu sein, als die anderen bestens ausgerüstet für einen 3 Tages/2 Nächte Trek vor mir standen, während ich doch eher amateurmäßig bekleidet und ausgerüstet war.

Der Aufstieg beginnt

Abb. 15: Der Aufstieg beginnt

Nachdem wir einen kurzen Einkaufsbummel über den lokalen Markt gemacht hatten, ging es auch schon raus aus der Zivilisation, rein in die Wildnis. Nach ca. einer Stunde Fahrt waren wir am Nam Tha River angelangt, welcher die Grenze zwischen Nationalpark und dem Rest der Welt darstellt. Nach dem diese Grenze mit einem Schlauchboot überwunden war, ging es auch direkt los.

Dschungelkaffeetasse aus Bambus

Abb. 16: Dschungelkaffeetasse aus Bambus

Hoch, runter, Bachläufe entlang, alles unausgetretene Pfade. Unsere Guides schlugen sich den Weg durch das Dickicht mit Macheten während wird genug Mühe hatten Schritt zu halten, ohne noch etwas aus dem Weg räumen zu müssen. Nach einem sehr leckeren Mittagessen in Mitten des Dschungels ging es direkt weiter, da wir vor der Dämmerung einen geeigneten Platz für ein Nachtlager finden mussten und dieses dann auch noch errichten. Dies meisterten wir gerade so und wurden wiederholt mit einem leckeren Essen belohnt. Doch nun der Schock: Schlafen unter freiem Himmel nur mit einem Moskitonetz geschützt. Es ist zwar Dschungel, aber kein Regenwald im tropischen Gebiet. Der Norden von Laos kann sehr kalt werden… so war die Nacht bei 5 Grad Celsius neben einer der interessantesten Nächte, auch eine der kältesten meines Lebens. Survival gemeistert! Survival beinhaltete jedoch auch, dass unsere Guides nahezu alles außer der gekauften Lebensmittel auf dem Markt aus dem Wald gewonnen. Im Bambus wurde gekocht, er diente als Geschirr, als Bettgerüst… Unglaublich!

Die Betten des Survival Trekkings

Abb. 17: Die Betten des Survival Trekkings

Die Lebensmittelvorräte wurden dann auf dem Weg durch Palmherzen, Pilze oder Bananenblüten erweitert. Nachdem einer der Guides am ersten Tag zufällig einen Frosch gefangen hat und uns probieren lies, wurde das Froschfangen vor allem am zweiten Tag zu einer persönlichen Herausforderung für mich. Bevor wir diese jedoch verspeisen konnten, mussten wir noch das Nachtlager Nummer zwei erreichen. Der zweite Tag war ähnlich anstrengend wie der erste, jedoch durch eine Flussüberquerung gekrönt. Mit dem Erreichen des Nachtlagers, einer Dusche im kalten Fluss und der Stärkung durch ein abermals gelungenes Abendessen war ich in Gedanken schon beinahe wieder im Hotel.

Die erbeuteten und bereits abgebrühten Frösche

Abb. 18: Die erbeuteten und bereits abgebrühten Frösche

Diese Nacht war jedoch noch kälter als die letzte und ich verstand nun endgültig warum man sich auf ein Trekking gut vorbereiten sollte. Die Floßfahrt auf den selbst gebauten Bambusrafts rundete am letzten Tag einen gelungen Trek ab. Erschöpft und doch sehr zufrieden erreichten wir ein Einheimischen Dorf von wo aus wir abgeholt wurden. Eine der besten Erfahrungen die ich je machen durfte und allen Abenteuerlustigen nur zu empfehlen. Zu finden ist das Trekking bei der „Forest Retreat“ Agentur.

Die halbfertigen Flöße

Abb. 19: Die halbfertigen Flöße

Der Preis unterscheidet sich je nach Teilnehmerzahl, lag in unserem Fall jedoch bei genau 100€ pro Person. Als Unterkunft vor und nach dem Trekking kann ich das „Yuranan Guesthouse“ sehr empfehlen. Am besten vor Ort für ca. 6€/Doppelzimmer buchen. Eine Onlinebuchung ohne Ausdrucken der Buchungsbestätigung kann jedoch Probleme mit sich bringen 😉

 

Die "Überlebenden" am Ziel

Abb. 20: Die „Überlebenden“ am Ziel

 

6. Wiedereinreise nach Thailand

Von Luang Nam Tha aus reiste ich im Norden erneut nach Thailand ein um in Chiang Rai Jenny zu treffen. Viele Agenturen vor Ort bieten ein „All-Inclusive-Package“ für die Grenzüberquerung an. Hiervon ist jedoch abzuraten. Wie bei der Einreise ist es schneller und billiger jeden Schritt selbst zu unternehmen.

Als ich an der Grenze den Stempel in den Pass bekam 19.12. und realisierte, dass ich 10 Tage in Laos war konnte ich immer noch nicht recht entscheiden, ob mir dies nun kurz oder lang vorkam. Irgendwie fühlten sich 10 Tage an wie einer, zugleich jedoch wie ein Monat. In Laos tickt die Uhr einfach anders. Um den Norden Kennenzulernen war die Zeit beinahe schon zu kurz, möchte man auch noch den Süden einschließen, sollte man mind. 3-4 Wochen einplanen.

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