Via de la Plata – von Sevilla nach Santiago de Compostela – Jakobsweg Packliste und Gedanken

Schon die Vorbereitungen auf den Camino de Santiago können eine wahre Herausforderung sein – von der richtigen Ausrüstung (inklusive Pilgerrucksack) über die Packliste bis hin zur Wahl der Jakobsweg Etappen. Begleiten Sie dazu auch Herrn Lentz auf seinem ganz persönlichen Jakobsweg. Jetzt wagt Susanne sich mit einer Freundin – ausgestattet mit Leichtzelt Trek It Easy, Jakobsweg Rucksack Tour Bag 50, Mikrofaserhandtüchern PackDRY und Leichtschlafsack Trek Night – auf den Via de la Plata, den Jakobsweg von Sevilla nach Santiago de Compostela. Dabei gibt sie Einblick in ihre Packliste und erzählt über ihre Vorbereitungen.

Via de la Plata – der Jakobsweg von Sevilla nach Santiago de Compostela

Die erste Reaktion, wenn man das Vorhaben, den Jakobsweg zu gehen, äußert, ist eigentlich meist Verwunderung – verbunden mit Fragen wie: „Warum tust du dir das an?“ und „Möchtest du nicht einen ’normalen“ Urlaub machen?“ Ja, die Frage sind berechtigt – warum tun wir uns das eigentlich an und liegen nicht stattdessen am Meer und lassen uns cocktailschlürfend die Sonne auf den Bauch scheinen?

Der Jakobsweg ist kein Urlaub, bei dem man körperliche Erholung sucht, denn unser Weg wird schwer und hart. 1000 km in der prallen Hitze Spaniens sind kein Zuckerschlecken. Aber es ist nicht der Wunsch nach oberflächlichem Relaxing, der uns antreibt. Vielmehr ist es eine Art „Auszeit“ vom realen Leben, Zeit, den Kopf freizubekommen und das eigene Sein aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. „Aber das kann man doch auch am Strand liegend tun, oder?“ ist ein berechtigter Einwand. Unsere Antwort darauf ist „Nein!“, denn am Strand musst du nicht an deine Grenzen gehen, musst nicht mit dem Nötigsten leben und im Normalfall weder Schmerz noch Müdigkeit überwinden. Es ist natürlich auch nicht der Wunsch nach Schmerzen, der uns zu unserem Vorhaben treibt, vielmehr ist es der Wille, etwas zu schaffen – aus eigener Kraft, ohne die Sicherheit des Alltags oder eines geplanten Traumurlaubs. An die eigenen Grenzen gehen, zu lernen, sich zu motivieren und auch für ein Ziel zu kämpfen, weiters aber auch die Erfahrung, wie wenig man im Leben eigentlich braucht, wenn man Zeit mit sich selbst verbringt und einmal ein wenig in sich schauen kann.

„Habt ihr denn keine Angst, dass euch etwas passiert? Was ist, wenn ihr es nicht schafft?“ – weitere Fragen besorgter FreundInnen und Angehöriger. Ja, wir haben auch ein wenig Angst, aber es nicht zu schaffen ist keine Option, denn nicht das Ziel ist das Ziel – sondern der Weg und diesen werden wir gehen. Bestimmt werden einige Widrigkeiten unseren Weg kreuzen, aber voller Selbstvertrauen und Kreativität sowie guter Ausrüstung werden wir diesen begegnen und zudem viel lernen: über das, was in uns steckt und vielleicht erst durch so eine Grenzerfahrung zum Vorschein gebracht wird. Natürlich kann es auch sein, dass uns unser Körper einmal im Stich lässt, aber es gilt ja auch zu lernen, mit Rückschlägen und Hindernissen umzugehen, auf sich selbst zu hören und Kraft aus dem Inneren zu schöpfen. Vielleicht werden wir am Ende einen ganz anderen Blick auf uns selber haben und wer weiß – möglicherweise sehen manche kleinere und größere Alltagsprobleme im Lichte dieser Erfahrung auch ganz anders aus.

Ängste und Befürchtungen – Jakobsweg Gedanken

Unsere Ängste und Befürchtungen sind sehr unterschiedlich. Während für die eine das Zelt an oberster Stelle steht, macht sich die andere die meisten Gedanken darüber, wie wir mit der großen Hitze zurechtkommen. Wir waren uns anfangs nicht einig, ob wir überhaupt ein Zelt mitnehmen, da wir ja nur mit Handgepäck fliegen möchten und wir Sorge hatten, dass das Zelt nicht als Handgepäck zugelassen ist. Wir fanden jedoch das Leichtzelt Trek It Easy mit nur 2,2 kg und die Fluggesellschaft gab uns auch das O.K., sofern wir die Heringe nicht mitnehmen. Wir haben daraufhin in Sevilla einen Outdoorshop ausfindig gemacht, bei dem wir die Heringe noch kaufen können.

Auch die richtige Schuhwahl oder Sockenwahl stellte uns vor so manche Herausforderung und hat auch die meiste Zeit beansprucht. Immerhin kann es einem ja passieren, dass man aufgeben muss, wenn die Schuhe nicht richtig sitzen, oder aufgrund der Socken die Reibung im Schuh zu groß ist und somit die Blasen unerträglich werden. Wir haben uns dann dazu entschlossen, einen hochgeschlossenen Schuh mitzunehmen und eine Trekking Sandale. Achtung bitte beim Kauf von Trekking Sandalen! Die meisten Trekking Sandalen haben ein Fußbett aus Plastik und somit läuft man schnell Gefahr, sich Stinkefüße zu holen, selbiges gilt meiner Meinung nach auch für die Wanderschuhe oder Wandersocken. Immerhin steckt man täglich bis zu 8 Stunden in den Schuhen. Ich habe mir Socken gekauft, die zu einem sehr hohen Prozentanteil (70 %) aus Merinowolle bestehen und eine Schuheinlage aus Leder und hoffe somit, das Risiko minimiert zu haben. Die Schuhe sollte man vorher gut einlaufen (ca. 100 km).

Auch die Oberbekleidung sollte gut überlegt sein. Mit Spaghettiträger Shirts oder ärmellosen Shirts steigt die Gefahr, einen Sonnenbrand an den Schultern zu bekommen und das kann ziemlich ungemütlich werden kann, wenn man einen 10 kg Rucksack schleppen muss. Ich habe mich dann für eine Wanderbluse und ein Shirt mit Kragen entschieden, da mich die Sonne so auch nicht so leicht im Genick erwischen kann.

Für die Übernachtung sollte man sich laut erfahrenen Pilgern einen extra Überzug für Polster mitnehmen, da diese oft sehr unhygienisch sind. Im Zweifelsfall wird einfach ohne Polster geschlafen. Ansonsten genügen ein Schlafsack und eine Isomatte. Decken werden anscheinend kaum zur Verfügung gestellt.

Über die einzelnen Etappen haben wir uns weniger Gedanken gemacht und haben uns auch kaum Ziele gesetzt. Soweit uns unsere Füße tragen, soweit kommen wir und wo es uns besonders gut gefällt, bleiben wir mal einen Tag länger. Wichtig ist nur, dass man auf dem Weg ausreichend Flüssigkeit mit hat, da zwischen manchen Etappen keine Möglichkeit besteht, Wasser nachzufüllen. Wir haben für die Etappen mit besonderer Herausforderung aber auch entschieden, eher abends oder ganz früh morgens zu starten, um so der ärgsten Hitze aus dem Weg zu gehen.

Unsere einzige Hoffnung ist, dass wir den Weg bis zum Ende schaffen, ohne auf Bus oder ähnliches umsteigen zu müssen. Ist jedoch das Risiko, die Etappe aufgrund der Hitze nicht heil zu überstehen, wirklich zu hoch, so ist auch der Bus eine Alternative.

Jakobsweg Packliste

Für die Packliste haben wir uns stark an den Kommentaren von erfahrenen Pilgern orientiert und auch an der Packliste in den Pilgerführern. Wir haben uns wirklich nur auf das Notwendigste konzentriert, da man jedes Gramm, das man tragen muss, spürt und im Notfall kann man Dinge ja immer noch in Spanien kaufen.

  • Zelt (Leichtzelt & ohne Heringe als Handgepäck)
  • Rucksack (vll. vorher tragen, um zu sehen, ob er nicht scheuert oder drückt – Tipps zum richtigen Einstellen des Rucksacks)
  • Isomatte (selbstaufblasbar)
  • Leichtschlafsack
  • 2 Paar Wandersocken
  • 2x Schuhe (knöchelhohe Wanderschuhe und Trekkingsandale + vorher gut einlaufen
  • 2x Unterwäsche (atmungsaktiv)
  • 1x Wanderbluse
  • 1x T-Shirt mit Kragen
  • 1x dünnes Langarmshirt
  • 1x kurze Hose
  • 1x lange Hose mit abnehmbaren Beinen
  • Fleeceweste
  • Regenponcho
  • dünne Jacke
  • Kleidung zum Schlafen
  • Mikrofaser Handtuch (wenig Gewicht und braucht kaum Platz)
  • Adapter für Steckdose
  • Stirnlampe
  • Kamera + Speicherkarte
  • Ladegeräte
  • Solarladegerät
  • Outdoorhandbuch (Outdoor „Der Weg ist das Ziel“ Spanien: Jakobsweg Via de la Plata von Raimond Joos od. Rother Wanderführer Via de la Plata) mit den einzelnen Etappen; Tipps und Hinweise,…
  • Sonnencreme
  • Kopfbedeckung
  • Reisepass
  • Erste Hilfe Set
  • Medikamente (Kopf & Gelenksschmerzen, Magnesium, gegen Durchfall, Leukoplast zur Blasenvorbeugung und auch wenn Blasen bereits entstanden sind, Desinfektionsspray, Blasenpflaster, Lippenpflege…)
  • Hygieneartikel (Shampoo abgefüllt in 100ml, Seife, Reisezahnpaste + Zahnbürste, Deo, Bio – Waschpulver, Haargummis, kleine Haarbürste, Kontaktlinsen + Linsenmittel; Brille)
  • Flip Flops für Sanitäranlagen
  • Wasserblase (3L)
  • Stifte + Papier zum Tagebuch schreiben
  • Bikini
  • E-Book Reader
  • Geldbörse
  • Kreditkarte
  • E-Card
  • Bargeld

Viele der aufgeführten und benötigten Artikel findet ihr in unserer Jakobsweg Packliste im Outdoorshop123!

 

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