Weltreise mit Renata und Sandro Teil 8: Indonesien, Bali

outdoorer begleitet die beiden Vorarlberger Renata und Sandro bei ihrer Weltreise. Um gute Ausrüstung zu gewährleisten, wurden die beiden mit Rucksäcken, Kulturtasche und dem Geldgürtel Money Safe ausgestattet. Sandro reist mit dem Backpacker Rucksack 4 Continents 85 10 und Renata mit dem etwas kleineren Trekkingrucksack Trek Bag 70.

renata_sandro_kutaGefangen im Paradies – Indonesien, Bali

Da standen wir nun: 01:00 Ortszeit ohne Kreditkarte und ohne Geld. Eigentlich dürfen wir ja froh sein, wir hatten immer noch die Bankomatkarte. Der Versuch mit der Bankomatkarte Geld abzuheben scheiterte bei 9 Bankomaten. Der 10te hatte dann wohl Mitleid und wir bekamen das erste indonesische Geld. Genug, um die ersten Tage über die Runden zu kommen. Das erste Mal bekamen wir einen Hauch von Ahnung, wie es sich anfühlt kein Geld zu haben.

Schlussendlich waren wir, wie nach jedem Reisetag, froh endlich im Bett zu sein und schliefen sehr schnell ein. Trotzdem standen wir morgens zeitig auf, denn wir wollten den ersten Eindruck von Bali gewinnen. Wir gaben zuerst unsere Wäsche ab und gleich fiel uns die positive und nette Art der Einheimischen auf. Es scheint, als ob jeder etwas Englisch reden oder verstehen kann und das macht alles sehr viel einfacher. Wir kamen jedoch auch schnell drauf, dass hier wieder feilschen angesagt ist. Der erste Eindruck auf unserer Bali Rundreise war durchwegs positiv. Natürlich gibt es abseits der Touristenwege Armut und Dreck, doch auch diese Menschen arbeiteten aktiv an ihrem Leben und wollen was ändern.

Die Kreditkarte war von Anfang an ein doofes Thema. Erst einmal war die Frage, wie lange es dauert, bis sie in Indonesien ankommt. Es hieß 7 Tage. So entschieden wir, dass wir uns die Karte in den nächsten Ort, den wir sicher besuchen werden, schicken lassen. Hätte man uns gesagt 2-3 Wochen hätten wir sie auf die nächste Insel schicken lassen, denn dort wollen wir hin und hätte man gesagt 4 Wochen, dann hätten wir sie gleich nach Malaysia schicken lassen.

Wir hatten keinen Rückflug gebucht und solange wir keine Kreditkarte haben sind wir sozusagen „Gefangen im Paradies“. Man kann sich auch was Schlimmeres vorstellen;). Kuta sprüht einen unheimlichen Scharm aus. Große Shopping Malls, viele kleine Stände, tolle Sachen und auch günstig. Für asiatische Verhältnisse ist Bali zwar teuer, doch für uns war es einfach nur eine Erleichterung endlich nicht wieder jeden Cent umdrehen zu müssen. Kuta ist Tourismus pur. Aus anderen Reiseberichten lasen wir, dass vielen Reisenden Kuta gar nicht gefällt. Wir konnten das am Anfang nicht bestätigen. Wir fühlten uns wie Urlauber. Sonne, Strand, nette Leute, gutes Essen und eine tolle Kultur.

Indonesien ist zwar zu 95% Islamisch, doch Bali macht da die Ausnahme mit 98% Buddhismus. Den Buddhismus spürt man überall, sei es in den Tempelanlagen oder in den täglichen Ritualen der Einheimischen. In Ubud, einem großen Dorf im Norden von Kuta konnte man unheimlich viel über die Kultur Balis lernen. Ubud ist das richtige Bali. Es gibt unzählige Homestays, so kann man mit der Familie leben und einen ganz anderen Einblick vom Leben in Bali bekommen.

renata_sandro_ubud_affenrenata_sandro_ubud_affen_2Ubud ist ein unheimlicher spannender Ort. Nur wenige Gehminuten vom Zentrum ist der berühmte Affenwald. Dort bekommt man Affen hautnah zu sehen und zu erleben. Es wird von Anfang an geraten Sonnenbrillen und Ohrringe zu verstecken. Die Affen sind so frech, dass sie einfach auf einen hochklettern und die Sonnenbrille klauen. Ebenfalls bekommt man den Beschützerinstinkt der Affen zu sehen, wenn man zu nahe für ein Foto an ein kleines Affenbaby kommt. Das macht man nur einmal, denn die scharfen Zähne der Affen sind schon etwas zum Fürchten.

renata_sandro_ubud_reisfeld

In die andere Richtung, vom Affenwald weg, kann man die Reisfelder von Ubud erkunden. Kleine Reisterassen und Reisfelder laden zu einem morgendlichen oder abendlichen Spaziergang ein. Wir hatten wieder einmal Glück und so war am Wochenende ein Festival in Ubud. Es wurde traditionelle Musik gespielt und getanzt. Es gab eine Showgruppe, die aus einer jungen Clique bestand und in einer unheimlich tollen Art traditionelle Tänze und Hip Hop/Breakdance kombinierte.renata_sandro_ubud_festival

Wir machten während unserer Bali Rundreise noch einen Ausflug mit einem Tourunternehmen. Der größte Teil des Ausfluges war leider ein Flopp. Doch der Besuch in einer Kaffeeplantage überbot alle unsere Erwartungen. Ein unheimlich netter, älterer Herr führte uns um die Plantage, zeigte und erklärte uns alles. Zum Schluss durften wir noch verschiedenste Kaffees und Tees probieren. Wir vergaßen in der Zeit den restlichen Verlauf der Tour und unsere Kreditkarten Probleme und konnten wieder einfach mal nur den Moment genießen.

renata_sandro_ubud_kaffeplantage

Von der Kreditkarte gab es derweil immer noch nichts. Es sind mittlerweile schon 5 Tage vergangen. Die Post in Österreich sagte, dass die Karte bereits in Indonesien ist und die indonesische Post behauptet, dass sie nicht hier ist. Ein Thema zum Verzweifeln. Die Karte sollte nach Ubud kommen. Wir entschieden uns derweil einfach weiter zu reisen und wieder nach Ubud zurück zu kommen, wenn die Karte da ist.

Wir fuhren am nächsten Tag mit Perama Bus nach Tulamben. Tulamben ist ein unheimlich kleiner Ort. Das einzige Highlight oder „To Do“ ist es tauchen zu gehen. Es gibt ein Wrack an der Küste, wo sich die Touristen drum reißen. Wir als Tauchanfänger hätten nur nach einigen Tauchstunden zum Wrack gehen dürfen und so verschoben wir das Tauchen auf die nächste Gelegenheit.

Wir blieben nur eine Nacht in Tulamben und fuhren am nächsten Tag nach Tirta Gangga. Tirta Gangga liegt in einer langgezogenen Kurve und ist noch kleiner als Tulamben, doch dieses kleine Dorf hat einen unheimlich schönen Wasserpalast, der nicht verpasst werden sollte. Wir konnten sogar im Quellwasser des Tempels baden und konnten uns abkühlen, bevor wir die 90 Treppen zu unserem Hotel emporstiegen. Das Hotel lag auf einem Hügel und wir hatten eine unheimliche Sicht über die Reisfelder. Der einzige Nachteil waren die vielen Stiegen und die Geckos, die in unserem Zimmer schliefen. Dafür gab es jedoch keine einzige Mücke. 😉

Auch hier ist eine Nacht genug auf unserer Bali Rundreise und wir fuhren am nächsten Tag wieder nach Kuta. Eigentlich ging unser Busticket nach Ubud, doch es interessierte niemanden wirklich und so kamen wir wieder in Kuta an und bekamen dieses Mal ein ganz anderes Kuta zu erleben.

Wir hausten in einem anderen Teil der Stadt, namens Legian. Die Stadt präsentierte sich hier ganz anders. Unheimlich viele Touristen, der Strand war unheimlich überlaufen und das Zentrum wimmelte nur von australischen Gästen. Dieses Kuta hatte absolut nichts damit zu tun, was wir vorher in Kuta erlebt hatten.

renata_sandro_uluwatuLegian war unheimlich enttäuschend. Um aus dem trotz heraus zu kommen mieteten wir uns einen Tag ein Moped und machten einen Tagesausflug nach Uluwatu. Der Tempel von Uluwatu ist auf den Klippen erbaut und ein Besuch wert. Fast noch faszinierender ist der kleine Strand von Uluwatu. Er liegt unheimlich versteckt, doch ist ein Surfer Paradies. Wir konnten live einen Surf Contest zusehen und den Profis beim Fachsimplen zuhören.

Wieder in Kuta konnten wir es kaum erwarten endlich weiter zu reisen. Im Internet hatte sich seit Tagen nichts mehr getan und so entschlossen wir, dass wir der Sache einmal selber nachgehen. Wir telefonierten mit Ubud, Denpasar und Giyanar. Jedes der Post Zentralen gab uns weiter, bis wir wieder bei Ubud landeten. Nach erneutem und dieses Mal eindringlichem Fragen wurde unser Brief gefunden.

Wir ließen kaum eine Minute anbrennen. Mieteten uns am nächsten Tag noch einmal ein Moped und düsten nach Ubud um den Brief zu empfangen. Nachdem wir im Postamt noch einmal unsere ganze Situation erklärten bekamen wir schlussendlich den Brief mit der Karte in die Hände. Kaum zu glauben wir konnten endlich unseren Weg weiter führen. Total aus dem Reiserhythmus gerissen buchten wir uns einen Flug nach Malaysien. Zwei Tage später ging es dann los in die Hauptstadt Malaysiens, Kuala Lumpur.

Die Taxifahrt zum Flughafen in Bali war ein toller Abschluss. Unser Taxifahrer war unheimlich interessiert an unserem Land, Leben und Kultur. Er schilderte seinen Tagesablauf, sein Leben und wir konnten ihm unsere Welt etwas näher bringen. Mit einem Lächeln stiegen wir aus dem Taxi aus und warteten einige Stunden, zu lange, auf unseren Flieger.

Hier geht es weiter zu Teil 9 – Malaysien und Vietnam.

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