Weltreiseserie mit Renata und Sandro Teil 3: Bolivien und Peru

outdoorer begleitet die beiden Vorarlberger Renata und Sandro bei ihrer Weltreise. Um gute Ausrüstung zu gewährleisten, wurden die beiden mit Rucksäcken, Kulturtasche und dem Geldgürtel Money Safe ausgestattet. Sandro reist mit dem Backpacker Rucksack 4 Continents 85 10 und Renata mit dem etwas kleineren Trekkingrucksack Trek Bag 70

n_salar_tripWas es ist schon fast Juli?

Von Salar de Uyuni durch die Backpacker Metropolen nach Lima – Juni 2014

Kurz, nachdem wir für unseren Trip nach Salar de Uyuni aufgebrochen sind, standen wir schon an der Grenze zu Bolivien. Die Zeit in Chile war demnach leider sehr kurz, aber mittlerweile hat man sich schon mit dem Gedanken angefreundet, dass man bei der ERSTEN Reise nicht alles sehen kann. (-; Der erste Eindruck von Bolivien war: kalt. Unsere Tour Agentur warnte uns zwar vor, doch wenn einem dann der Wind um die Ohren schlägt, sieht man die Welt immer etwas anders. Unser Guide ließ nichts anbrennen und zauberte uns ein gigantisches Frühstück, welches unsere Laune gleich aufbesserte. Die Einreiseformalitäten waren unkompliziert und so saßen wir kurzerhand später zu siebt in einem Jeep in Richtung Wüste.

Unsere Jeeptour führte uns an Lagunen, Vulkanen und Geysiren vorbei. Unglaublich, dass das Niemandsland so viel zu bieten hat. Die erste Nacht verbrachten wir in einem Lager, das man nur „Basic“ nannte. Es gab ein Bett aus Stein, vier Wände und ein Dach. Es war also wirklich nur Basic. Das wunderbare Essen und die Wärmflasche, die wir am Abend bekamen, machten die Nacht nur halb so schlimm. Da es um fünf Uhr weiter gehen sollte, war es auch wirklich eine kurze Nacht. Wir wurden bei der ersten Unterkunft vorgewarnt und hatten so überhaupt keine Erwartungen. Ich denke, dass es darum auch nur halb so schlimm war. Die zweite Nacht war eher enttäuschend. Es hieß, es gäbe warmes Wasser und ein tolles Salz Hotel. Naja, wir landeten in einem unfertigen Salz Hostel, wo noch nie etwas von warmem Wasser gehört hatte. Wie schade, doch man hält es zwei Tage ohne Duschen aus und so war es doch ein richtiges Erlebnis in einem aus Salz gebauten Haus zu übernachten. Ja, wir probierten, ob die Wände wirklich aus Salz waren. Zwischen den Mahlzeiten gab es immer wieder Coca Blätter und Coca Tee zu trinken. Die Coca Blätter sollen gegen die Höhenkrankheit helfen. Wir fuhren am ersten Tag von 2.500 m auf über 4.700 m rauf und so war ein mancher froh um diese Blätter. Ob es wirklich funktioniert oder nicht haben wir derweil nicht in Frage gestellt. Die Einheimische essen die Blätter wie Chips, also können sie nicht so schlecht sein.

Nach drei Tagen zu siebt in einem Jeep ist man irgendwann froh, wenn man ankommt. Doch das ankommen in Uyuni war gar nicht so einfach. Bolivien hat eine bekannte Protestkultur und wir bekamen gleich etwas davon ab. Alle Straßen nach Uyuni waren blockiert. Dank Allrad und Wüste fanden wir doch ein Schlupfloch, doch irgendwie müssen wir ja auch wieder raus?!

Wir gingen oft zur Busstation, um nachzufragen, ob in unsere Richtung ein Bus fährt. Doch leider war das nicht der Fall. Wir mussten also einfach einen Bus nehmen, der irgendwo hinfährt. Der Bus führte uns nach Tupiza. Morgens um 6 Uhr fuhren wir mit einem Privatauto irgendwo in die Pampa. Dort wartete unser Bus. Nachdem der Autofahrer weitere 15 Fahrgäste geholt hatte und wir bei -5 Grad eine Stunde lang der Sonne beim Aufgehen zuschauten ging es endlich los. Eine asphaltierte Straße nach Tupiza gibt es nicht, darum war unsere sechsstündige Fahrt sehr holprig.

Tupiza hat eine einzigartige Landschaft und die Uhren ticken langsamer. Wir konnten uns gemütlich entspannen und viel Geduld lernen, als wir im Restaurant über eine Stunde auf ein Sandwich warteten. Nach Tupiza fuhren wir in die offizielle Hauptstadt nach Sucre. Sie trägt den Namen: Schönste Stadt Boliviens und diesen trägt sie zu recht. In Sucre trafen wir unsere Freunde von der Uyuni Tour wieder. Es ist wirklich lustig, denn man trifft sich immer zweimal oder sogar dreimal, auch wenn man andere Wege zu anderen Zeiten einschlägt. An dem Tage als wir weiter nach La Paz fahren wollten erwischten wir ein schlechtes Fleisch auf dem Markt und konnten unsere Reise dank Lebensmittelvergiftung verschieben. Den Tag darauf wurde uns von der Busgesellschaft mitgeteilt, dass sie nicht fahren können, da wieder Streiks sind, welche die ganze Straße blockieren. Dieses Mal hatten wir leider keinen Jeep und keine Wüste, so zog sich der Sucre Besuch in die Länge. Zwei weitere Tage darauf war uns klar, dass sich die Lage nicht verbessern wird und wir flogen am Freitag, dem 13, nach La Paz. la_pazLa Paz ist eine ganz eigene Stadt. Man kann sie hassen oder lieben oder beides zugleich. La Paz hat ein riesen Smogproblem. Es raubt einem schier den Atem. Während der Rush Hour ist es nicht zu empfehlen, auf den Hauptstraßen zu sein. Auf der anderen Seite ist sie unglaublich vielfältig, besonders was die Kultur angeht. Wir hatten das Glück beim El Gran Poder Fest, wo sie Mutter Erde feiern, dabei zu sein. Es gab 60 Tanzgruppen, die 14 h lang über die Hauptstraßen liefen. Wir dachten erst, dass sie Runden drehen, doch nein, es waren wirklich 60 Gruppen. Das Fest war einzigartig und riesig. Man bekam alles dort. Das Einzige, worauf vergessen wurde, waren Müllkübel und Toiletten. Nach wenigen Stunden sah die Stadt aus wie eine öffentliche Toilette. Wie gesagt, man liebt oder hasst die Stadt. Mich hat besonders der Mirrador, der Aussichtspunkt, über der Stadt gefallen. Man sah beide Hälften des Tales und ihre Ausmaße. Auf den ganzen Bergwänden sind Häuser. Es ist schier unglaublich, wie man dort teils hinkommt.

Das La Paz Highlight war auf jeden Fall das Downhillbiken der berühmten Death Road. Heutzutage wird sie nicht mehr benutzt, jedoch kann man beim Herunterfahren nachvollziehen, was es damals hieß, die Death Road überlebt zu haben. Messerscharfe Kurven auf einspurigem Wege, obwohl die Straße zweispurig benutzt wurde. Dazu geht es 100 m senkrecht nach unten. Ich bin nur froh, dass wir nicht mit dem Auto hinunterfahren mussten. Das Downhillen war ein tolles Erlebnis und ist jedem zu empfehlen, auch wenn man sonst kein großer Radfahrer ist.

Wir befinden uns auf der typischen Backpackerroute und darum überraschte es niemand, als wir einen Abstecher nach Copacabana machten. Ja, es gibt in Bolivien einen Ort, der genau so heißt, wie das berühmte Stadtviertel in Rio de Janeiro. Copacabana liegt am Titicacasee und ist ein kleiner Ort, der nur so vor Touristen wimmelt. Der Ort selber ist nichts Besonderes. Es gibt jedoch drei „Must Do“ Sachen, die man auf keinen Fall auslassen darf. Eine davon ist, den Mirrador zu besteigen. Der Hausberg ist eine Pilgerstätte und hat es in sich. Nachdem man keuchend die letzten Stufen erklimmt hat man einen fantastischen Ausblick über den Titicacasee und Copacabana. Die zweite „Must Do“ Sache ist einen der vielen Dachterrassen des Ortes zu besuchen. Man bekommt die besten Drinks und hat dazu noch einen tollen Ausblick über den Titicacasee. Wem bei Höhen eher unwohl ist sollte dort Vorsicht walten lassen. Die Bars sind kaum abgesichert, so hindert nur ein Ziegelstein am Boden, dass man nach unten fallen kann. Betrunken würde ich dort nicht gerne sein, denn auch die herausstehenden Eisen und das fehlende Geländer könnte zu einer richtigen Gefahr werden. Wenn man die Bar in Copacabana überlebt hat ist man bereit für die Insel der Sonne. Das ist das Highlight der Reise nach Copacabana.

Ein Boot fährt einen in den Norden der Insel. Dort hat man nun 5 Stunden Zeit, um einen 8 Kilometer langen Wanderweg zum südlichen Teil der Insel zu machen. Es ist eine nette kleine Wanderung. Viele Backpacker verbringen dort ein zwei Tage. Für unseren Geschmack gibt es dann doch etwas wenig zu tun. Doch um ein oder zwei Tage Ruhe zu bekommen ist dies genau der richtige Ort.

Nachdem Copacabana erforscht war, ging es weiter und endlich nach Peru. Wir fuhren über Puno nach Cusco – das absolute Highlight für jeden Backpacker und jeden Reisenden in Peru. Cusco hat alles – und damit meine ich alles – was ein Backpacker Herz begehrt. Auf der ganzen Reise suchten wir immer wieder Outdoorshops, um unsere Ausrüstung aufzubessern beziehungsweise fehlende Sachen zu kaufen. Hier waren wir in Cusco genau richtig. Tolle „North Fake“ Sachen für einen tollen Preis, was will man mehr. Leider sind die ganzen Touren von Cusco aus kaum zu bezahlen, ebenso wie die ganzen Inkastätten, die in der Nähe sind. Die Einheimischen sind gewöhnt, dass Leute mit viel Geld hier her kommen. Was wir auf keinen Fall auslassen wollten, war Machu Picchu. Gut, so ging es ans Ticket suchen.

Die Tickets waren schnell gefunden. Eintritt zu Machu Picchu und eines von 400 Tickets pro Tag für den Machu Mountain. So, wie kommt man nun nach Machu Picchu? Der Inkatrail ist seit Monaten im Voraus ausgebucht und von den anderen Trails wurde uns abgeraten. Dann gibt es nur noch die Möglichkeit, mit dem Zug hinzufahren oder mit Taxi und Bussen. Die erste Möglichkeit hieß: 2 h mit einem Taxi zur Zugstation fahren und dort 2 h mit dem Zug zum Fuße des Machu Picchu, dem Ort Aquas Calientes. Die zweite Variante wäre: Taxi – Bus – Taxi – Taxi – Laufen: Gesamtzeit ungefähr 8 h. Wir wählten die erste Variante. Diese war zwar etwas teurer, jedoch auch nicht so zeitintensiv. Ebenfalls machten wir keinen Tagesausflug, sondern machten zwei Tage daraus, so konnten wir gemütlich anreisen und am nächsten Tag für den Sonnenaufgang und vor allen anderen am Machu Picchu sein.

puno_cuscoNaja, die ersten waren wir nicht, jedoch war der Zeitvorsprung auf jeden Fall jede Sekunde wert. Als wir den ersten Blick auf Machu Picchu warfen waren wir verblüfft. Die Fotos, die alle Leute machen, sind nicht von einem Berg runter, sondern man geht hin und dort steht das perfekte Foto. Wir ließen es uns trotzdem nicht nehmen den 3.000 m hohen Machu Mountain zu besteigen. Diese Wanderung hatte es in sich. Es gab Treppen, die teilweise senkrecht nach oben führten. Der Ausblick vom Berg war einfach nur fantastisch und raubte einem die Sprache. Nach dem Abstieg erkundeten wir den Machu Picchu selber. Leider ist nichts beschrieben und so ist es ein ruhiger Durchgang durch beeindruckende Ruinen. Ich empfehle jedem, nehmt euch einen Tourguide. So bekommt man einen ganz anderen Eindruck von den Ruinen und die Guides erzählen tolle Geschichten.

Der Abschied von Cusco war schwer. Nach 4 Nächten fühlt sich die Umgebung schon gewohnt und beinahe heimelig an. Doch auch wir merken langsam den Zeitdruck im Nacken. Zwei Wochen bleiben uns, um nach Lima zu gelangen. Unser Weg ging nun nach Nasca. Nasca ist eine unglaublich hässliche Stadt und so stiegen wir aus dem Bus aus und gleich in den nächsten ein. Einen Zwischenstopp machten wir bei einer Aussichtsplattform, um die Nascalinien zu sehen. Zwei Figuren konnten wir sehen und so einen kleinen Einblick in das riesige Kunstwerk bekommen. Danach ging es weiter nach Ica. Auch Ica ist kein schöner Ort, doch sie haben Glück, denn die Dünen sind gleich nebenan im Ort namens Huachachina. Huachachina ist ein Ort mitten in den Dünen. Künstlich angelegt wirkt er wie eine Oase. Wir ließen uns zum Sandbuggy fahren und Sandboarden überreden. Es war ein mega Spaß, das Sandbuggy fahren war wie Achterbahn fahren und das Sandboarden einfach nur fantastisch.

Doch jeder Touristenort hat seinen Nachteil und zwar, dass alles nur Show ist und man das richtige Peru gar nicht sieht. Wir beschlossen weiter nach Pisco zu fahren. Pisco ist ein Ort der 2007 von einem Erdbeben der Stärke 8,4 getroffen wurde. Die Leute sind fleißig am Aufbauen, doch man merkt, dass nicht alles wie früher ist und so ist die Kriminalitätsrate sehr hoch. Wir bemerkten das, als unser Rucksack im Bus auf einmal spurlos verschwunden ist. Ärgerlich, doch es war Gott sei Dank nichts Wertvolles darin.

Eine ganze Woche in Pisco ist eindeutig zu viel, besonders da man nach einem halben Tag alles gesehen hat. Wir fuhren also nochmal in einen Touristenort und zwar nach Paracas. Paracas ist am Pazifik und eigentlich ein kleiner Badeort. Doch erstens ist hier Winter und zweitens spielte das Wetter nicht mit. Es sah so aus, als ob es jede Minute regnen wird. Unser Hostel WC und Bad und selbst unser Zimmer hatte kaum ein Dach, also hofften wir, dass wir verschont blieben. Es war nicht schwer, denn Paracas ist einer der trockensten Orte in Peru.

In Paracas machten wir einen Ausflug zum Nationalpark und zu den Inseln Ballestas. Dort sieht man Vögel, Seelöwen und wir hatten das Glück, Delphine zu sehen.

Drei Tage später machten wir uns auf den Weg nach Lima, um die letzten Tage unserer Südamerika Reise dort zu verbringen. Ein Tag im Historischen Center und dann in den Stadtteil Miraflores. Das Historische Center ist sehr interessant. Es gibt tolle Museen und viele alte Gebäude. Lima ist im Zentrum und in Miraflores ganz untypisch südamerikanisch. Denn es ist sauber, ruhig und geht schon sehr in Richtung Nordamerika. Es ist noch ganz ungewohnt, wieder in einer gesitteteren Umgebung zu sein.

Nun sitzen wir hier in unserem Zimmer und bereiten die letzten Sachen für die Abreise vor. Es geht in die USA, nach Florida. Die letzten Dinge werden gebucht und reserviert und das Gepäck wieder mal ordentlich aufgeräumt und dann können die nächsten Abenteuer beginnen.

Weiter geht es zu Teil 4 – Stadtmarathon und Entspannungsurlaub in den U.S.A.

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