Laufreisen und auch Marathonreisen liegen stark im Trend, doch Andreas Donner geht (bzw. läuft) einen großen Schritt weiter. Er nimmt am Sahara Marathon in Tindouf, Algerien teil. Aktiv für Flüchtlinge durch die Wüste – dieser extreme Marathon für den guten Zweck hat nichts damit zu tun, was andere unter Reisen nach Algerien verstehen. In die algerische Geröllwüste begleitet ihn unser Reiserucksack Atlantis 90+10. Unsere Hochachtung!
Sahara Marathon durch die algerische Geröllwüste
Es ist schon ein paar Jahre her, als mir ein Sportsfreund über sein Engagement in der Westsahara berichtete. Ein Marathon in einem Flüchtlingscamp in der Wüste Nordafrikas. Neben dem sportlichem Aspekt eine Unterstützung für die Sahrauis und ihre Kinder.
Nach Algerien reisen – für den guten Zweck
Jedes Jahr fliegt er in Richtung Algerien und wohnt dort eine Woche bei den Familien. Im Gespann Gleichgesinnte. Lange habe ich überlegt, ihn vielleicht doch einmal zu begleiten. Was wird mich aber wirklich erwarten, fernab der Zivilisation, in einer der unwirtlichsten Regionen der Welt. Eine Woche ohne jeglichem gewohnten Komfort. Kein fließendes Wasser. Schlafen auf dem Boden im Schlafsack. Oft hört man von Entführungen in der Region. Ist es nicht vielleicht doch zu gefährlich?
Tindouf Flüchtlingslager in der Westsahara
Nun sitze ich im Flieger mit dem Ziel Tindouf / Algerien. Spät in der Nacht landen wir auf dem Militärflughafen . Die Abfertigung dort nimmt viel Zeit in Anspruch. Der größte Teil der Fracht an Bord sind Hilfsgüter. Es wird weit nach Mitternacht, bis wir mit den Bussen und LKWs im Camp eintreffen. Von unserer Gastfamilie werden wir herzlich empfangen. Wir richten unser Schlaflager ein und sind müde und erschöpft von der langen Reise.
In der Westsahara gibt es 4 Camps mit insgesamt 150 000 Einwohnern. Wir sind im größten, in Smara. Angekommen in einer anderen Welt.
Am nächsten Morgen blinzelt die Sonne durch die Tür. Meine Mitstreiter schlafen noch. Ich bin neugierig und möchte mich mit der Umgebung vertraut machen. Vor dem Haus spielen Kinder Fußball. Der Ball kickt zu mir und der Kontakt ist hergestellt.

Wüstenmarathon

Alle kommen aber gut ins Ziel. Die Kinder werden uns abholen. Kinder die hier ein sehr einfaches Leben führen, aber trotzdem glücklich sind. Ein Schulsystem ist für sie vorhanden und beispielhaft für die Region. Was aber wird ihnen die Zukunft bringen? Die Bewohner des Camps sind komplett auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Erwerbstätigkeiten gibt es hier kaum.
In den darauf folgenden Tagen werden wir noch eine Dünenfahrt machen und den Marokkanischen Wall besichtigen. Viel schöner ist aber die Zeit, die wir mit der Familie und den Campbewohnern verbringen. Es gibt stets ein freundliches „Hola“ obwohl die meisten hier nur Hassani sprechen. Kinder, die uns begegnen, schenken immer ein Lächeln zurück. Wir nutzen die Zeit, die hier für uns so intensiv ist und auch schnell vergeht .
Wenn wir heimfahren, werden wir es der Familie u.a. ermöglicht haben, einen Kühlschrank zu nutzen. Strom gibt es hier seit einem Jahr. Wieder ein kleiner Fortschritt.
In einer Woche habe ich eine Welt erlebt, die ich bisher nur aus dem Fernsehen kannte, weit entfernt. Die Kinderaugen werde ich wohl so schnell nicht vergessen. Fitnam, Brahim, Achmed, Bar, Jasin und wie Ihr alle hießet.
Die Zeit war zu kurz. Vielleicht sitze ich nächstes Jahr wieder im Flieger, in Richtung Tindouf.






