Abenteuer nach dem Abi – Teil 2: Komodo Tour

Fünf Wochen lang backpackten Klaudi und Maxi durch Bali, Lombok, Singapur, Sumatra und Java. Ausgestattet waren sie für ihr Backpacking durch Indonesien mit dem Work & Traveller 75 + 10 l und PackDRY Mikrofaserhandtüchern. Der zweite Teil ihrer Reise bringt sie der fesselnden Tierwelt der Mantarochen, Flughunde, Seeadler und Komodowarane näher.

Hostel auf Gali Aer

In Gili Aer hatten wir ein kleines Hostel gefunden, welches gleichzeitig der Treffpunkt für die Komodo-Tour war. In den letzen Stunden vor der Abreise fiel dann wieder mal der Strom und das Internet auf der ganzen Insel aus, was nicht das erste Mal auf unserer Reise war, und auch nicht das letze Mal sein sollte. Mit einigen Stunden Verspätung, wie das hier so üblich ist, gingen wir schließlich auf unser Boot und fuhren an der Nordküste Lomboks entlang.

Bootsfahrt entlang der Nordküste Lomboks

Wir waren mit etwa 20 Leuten auf diesem kleinen Boot mit einem lauten, stinkenden 40 PS Motor, aber trotzdem herrschte eine fröhliche und entspannte Atmosphäre und wir unterhielten uns stundenlang mit Backpackern aus Spanien, Belgien, Kanada und Frankreich. Im Inneren des Bootes wurden zum Essen immer ein paar große Teller mit Nudeln oder Reis, Fleisch, Gemüse und Obst aufgestellt und alle haben zusammen gegessen. Geschlafen haben auch wieder alle zusammen auf schon sehr gebrauchten Ledermatten auf Deck. Wer wollte, konnte sich aber auch eine eigene kleine Kabine dazubuchen, was allerdigs auch alles andere als luxuriös war. So haben wir 4 Tage lang miteinander gelebt, was zwar manchmal aufgrund von ständigem Motorgeräusch und ohne den Freiraum, den man gewohnt ist, etwas anstrengend war, aber es hat auch unglaublich viel Spaß gemach, mit anderen Backpackern darüber zu reden, was man unbedingt noch gesehen haben muss. In Situationen wie diesen freut man sich dann doch, dass man in der Schule in Englisch ab und zu aufgepasst hat.

Am zweiten Tag unserer Tour waren wir auf einer Insel, die eigentlich nur der Krater eines großen Unterwasservulkans war. Der riesige Kratersee ganz in der Mitte der Insel war mir mit seinem smaragdgrünen Wasser und den steilen, dicht bewaldeten Ufern allerdings nicht ganz geheuer. Die darauffolgende Nacht sind wir komplett durchgefahren, ohne in irgendeiner Bucht zu ankern, die Strecke von Gili nach Komodo wird auf der Karte eben ein wenig unterschätzt, allerdings sind wir gut vorangekommen und hatten somit am nächsten Tag viel Zeit, um zu schnorcheln.

Boote bei Sonnenuntergang
Warane und Tierparadies im Komodo Nationalpark

MantarochenAn einem pinkfarbenen Strand sahen wir eine riesige Vielfalt an teils wirklich großen Fischen und Muscheln, die sich langsam öffneten und schlossen. Später fanden wir am Meeresboden einen riesigen Mantarochen, der langsam und sehr majestätisch durchs Wasser schwebte. Mit Maxi’s GoPro konnte ich sehr nah zu ihm runtertauchen und ein paar Fotos machen.

 

Seeadler auf KomodoAbends ankerten wir mit unseren beiden Schwesterschiffen in einer Bucht, in welcher ein paar Seeadler zielsicher einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser geholt haben. Wir waren bereits mitten im Komodo Nationalpark und als es dunkel wurde, flogen tausende Flying Foxes aus ihren Höhlen zum Jagen in die Wälder. Die Bezeichnung Fying Foxes ist ziemlich treffend, weil der Rumpf der Tiere tatsächlich die Größe eines Fuchses hat, was sie zu wirklich leicht gruseligen Tieren macht. Im Morgengrauen fuhren wir dann zum einzigen Dorf auf Komodo und gingen an Land. Unser Guide sagte uns, dass häufig auch gar keine der legendären Komodo Dragons zu finden seien, als wir jedoch das Eingangstor passierten, sahen wir bereits nach wenigen Metern den ersten Waran, welcher langsam neben dem Weg herlief. Obwohl er nur etwa anderthalb Meter lang war, war er schon ziemlich furchteinflößend. Die Guides, die nur mit einem langen Stock mit einer Astgabel am Ende bewaffnet waren, führten uns über die Insel.

Backpacking Geheimtipp Rinca

Affe auf RincaAm Nachmittag fuhren wir nach Rinca, die einzige Insel (neben Padar), die auch Komodo Warane beheimatet. Am Anlegeplatz, zwischen Felsen und Mangrovenwäldern stand ein Schild „Beware of the crocodiles“, was nicht wirklich beruhigend, dafür aber sehr aufregend war. Rinca war viel schöner als Komodo, weil es weniger Touristen, weniger Müll und weniger Verkaufsstände mit billigen Souvenirs gab. Wir sahen unzählige Affen und gleich zu Beginn einen noch sehr jungen und kleinen Komodowaran, der siegessicher einen großen Hirsch jagte, welchen das allerdings wenig interessierte. Wäre er allerdings gebissen worden, egal wie klein der Waran oder die Wunde auch wären, hätte er keine Chance mehr gehabt. Komodowarane haben zwar keine echten Giftdrüsen, allerdings einen extrem infiziösen Speichel mit über 40 verschiedenen Bakterien, welcher nicht einmal mit modernster Medizin bekämpft werden kann und dafür sorgt, dass das Opfer nach wenigen Tagen an einer Blutvergiftung stirbt. Auch Menschen sollen auf diesen Inseln immer wieder angegriffen worden sein. Beispielsweise verschwand im Jahr 2011 ein japanischer Tourist ohne jede Spur und nur seine Kamera wurde noch gefunden, wie man uns später erzählte – die zuständigen Guides würden so etwas allerdings niemals preisgeben. Weitere Infos und tolle Bilder von einem berühmten Fotografen und Naturmenschen zum Thema, mit welchem ich mich auch vor unserer Reise beschäftigt habe findet man unter „Andreas Kieling – Meine Expeditionen zu den letzten ihrer Art“.

Komodo Warane aus nächster Nähe

In Rinca konnten wir dann auch aus nächster Nähe zwei große Exemplare der Riesenechsen beobachten, was sehr faszinierend war, gerade wenn man schon vor vielen Jahren Dokus über diese Tiere gesehen hat und jetzt selbst mit ihnen auf Tuchfühlung gehen konnte. Wer also in Indonesien war, ohne auf Rinca einen Besuch abgestattet zu haben, ist selbst schuld. Am Abend haben wir dann in Labuan Bajo angelegt und unsere Komodo Tour beendet. Zwar ist wieder mal der Strom ausgefallen, aber es war sehr schön, mal wieder ein Bett und ein Bad zu haben. Wir haben abends dann zweimal im gleichen Restaurant gegessen und ich war notgedrungen bei einem Frisör für umgerechnet 1.30 €, der kein Englisch konnte, höchstens 16 Jahre alt war und immer wieder kamen Leute von der Straße rein gerannt, lachten und gingen wieder. Ich hab mich schon mit dem Schlimmsten abgefunden, aber aus irgend einem unerklärlichen Grund sah dann doch alles ganz gut aus. Am nächsten Morgen traten wir dann unsere Reise mit Bus und Fähre zurück nach Lombok an, die 28 Stunden dauern sollte. Dort buchten wir uns dann direkt die nächste Tour und wurden mit einem Pickup ins Gebirge gefahren. Es war hier nicht mehr so extrem heiß wie auf Meeresniveau, was zur Abwechslung sehr angenehm war. Am Abend waren wir wie so oft „Nasi Goreng“ essen und packten im Hostel unsere Sachen für die folgenden Tage, die uns an unsere körperlichen Grenzen und darüber hinaus bringen sollten.

Bootsflagge