Abenteuerurlaub Solo Kajaktour – Indien und Himalaya Trekking in Malabar und Ladakh

Horst Hattinger wurde kürzlich als „the best paddler you’ve never heard of“ bezeichnet und auch wir von outdoorer haben uns gefragt, wie wir trotz lokaler und ideeller Nähe so lange nichts von diesem Ausnahme-Extremsportler gehört hatten. Doch Horst steckt seine Energie lieber in seine Leidenschaft als Selbstvermarktung. Deshalb berichten wir gerne über seine Solo Kajaktour in einigen der entlegensten – aber auch schönsten – Gegenden der Welt. Beim Indien und Himalaya Trekking in den Regionen Malabar und Ladakh gerät er in einige lebensgefährliche Situationen – und gewährt tiefgehende Einblicke in die mentale Einstellung und Gedanken während solch eines Abenteuerurlaubs.

Solo Kajaktour am  Tsarap Chu/Zanskar

  • Inkl. Kurzbericht: Dschungeltouren und Malabar River Festival (Bundesstaat Kerala, Region Malabar)
  • Tsarap Chu/Zanskar
  • Indien – Bundesstaat: Jammu/Kashmir – Region: Ladakh  – District: Zanskar
  • Great Himalayan Range
  • Mündung in Indus unterhalb Leh
  • Distanz: 350 km

Tsarap unterhalb Phuktal

1.) Kajaken in Malabar durch wenig bekannte Gegenden im Kerala Innenland

Auf mehrfache Einladung habe ich heuer beim Malabar River Festival im Südindischen Bundesstaat Kerala teilgenommen; Asiens größtes und wahrscheinlich weltweit das exotischste Kajakrennen. In 4 Tagen geht es um den „Rajah of the Rabbit“ – „König des Flussabschnittes in Malabar“. Mehr als 50 Teilnehmer aus aller Herren Länder nehmen an dem Wettkampf teil, bei dem es trotz der Tatsache, dass es ums Siegen geht, vielmehr um interkulturelle Verbindung zwischen den Nationen geht.

Für mich ist es immer etwas ungewohnt, außerhalb unserer Klimazone (v.a. dann, wenn es tropischer wird) zu paddeln; denn allein die Flora und Fauna sind völlig anders. Im indischen Dschungel warten nicht nur die berühmten Tiger und Elefanten (letztere sieht man häufig), sondern viele giftige Schlangen und Insekten, undurchdringliches Dickicht, Mosquitos und sonstiges Getier und Gefahren. Ich brauche dort jemanden, dem ich vertraue, denn ein „sich auf eigene Faust bewegen“ kann schnell sehr problematisch enden. Ich stelle mich gern diesen Herausforderungen, merke jedoch, dass ich dort weitaus nicht meine Stärken ausspielen kann. Vor den Bewerben haben wir einige interessante und recht schwere Wildwasserabschnitte – Chalipuzha und Iluwanjupuzha – in Angriff genommen; gemeinsam mit einem indischen Kajaker und Jakobi; einem italienischen Kajaker und ausgezeichnetem Kenner der Flüsse Keralas.

Nach 4 Bewerben: Freestyle, Slalom, Boatercross und Downriver komme ich als 6ter in die „Super Final“ Läufe, die am Malabar Express stattfinden. Ein grober Schnitzer verhindert eine noch bessere Platzierung; schlussendlich kann ich den 6ten Platz verteidigen; in Wirklichkeit nicht wichtig, denn die Rennen sind sehr freundschaftlich gewesen. Jeder gibt sein Bestes und gewinnen kann nur einer; und das war schlussendlich auch nicht der Favorit – sondern ein Außenseiter aus Neuseeland.

Nach dieser wunderbaren Zeit auf warmen Flüssen des Monsunbundesstaates Kerala, mit vielfältigem, wunderbar exotischem Essen und frischesten Früchten, Gewürzen und einer Zeit voll interessanter Bekanntschaften aus der ganzen Welt reise ich in den Himalaya weiter. Vom fetten Grün des Dschungels in die karge Hochgebirgslandschaft der Zentral Himalaya Range, vom vielfältigen indischen Essen zur einfachen tibetischen Kost, von vielen Menschen zu ganz wenigen, vom warmen zum extrem kalten Wasser; von der Hitze in die Hochgebirgsfrische. Die Unterschied könnten nicht wilder sein und mein Körper braucht einige Zeit der Umgewöhnung. Leh liegt auf 3500 m; dort ist der Körper ohnedies die ersten Tage meist überfordert mit dem wenigen Sauerstoff.

Ich lasse mir Zeit und gönne meinem Geist und meinem Körper viel Ruhe; erst nach 4 Tagen paddle ich die erste Akklimatisierungstour am Indus. Mein Ziel für dieses Jahr klar:

 2.) Eine Solotour am Tsarap Chu über Zanskar bis zum Indus

Solotouren in diesen Regionen bedeuten, dass man fit sein muss in Körper und Geist. In dem 100 km langen, total abgeschiedenen Flussabschnitt von Sarchu bis Phuktal Kloster gibt es keine Hilfsmöglichkeit, selbst wenn ich wollte (ich nehme ohnedies keine GPS oder Funkgerät, wenn es nicht wirklich unbedingt notwendig ist), wäre meist kein GPS Signal möglich.

Wie bei Solotouren in anderen alpinen Bereichen – Klettern, Skibergsteigen, Bergsteigen – muss man wirklich vom Start bis zum Ende grobe Fehler vermeiden.

In diesem Fall wären das:

  • Fahrtechnische Fehler vermeiden; beim Kentern kann man sich verletzen, bewusstlos sein etc.
  • Den Verlust an Material vermeiden; ein Boot, das nicht ordentlich befestigt ist, ein Helm, der davon schwimmt, gebrochenes Paddel etc.
  • „Schwimmen“ nennen wir Kajaker jenen Moment, wenn wir nach einem Fahrfehler unser Kajak (aus welchem Grund auch immer) umfallen, nicht aufeskimotieren können und dann das Boot verlassen müssen. Dies wäre lebensbedrohlich: 4 Grad Wassertemperatur, irre Wassermassen, Strudel und Unterspülungen und nebenbei Verlust des mit Nahrungsmittel, Zelt, Schlafsack, trockenem Gewand beladenen Boots
  • Körperliche Krankheit, Überanstrengung, Höhenprobleme (Einstiegsstelle auf 4600 m Seehöhe; Ausstieg auf 3300 m Seehöhe!!), eine kleine Grippe könnte fatal sein allein dort oben.
  • Zu wenig Flüssigkeit
  • Klare Entscheidungen in Routenwahl
  • Bewusstsein, dass es kein „Back up“ gibt. Es ist kein Partner da, kein Mensch, …
  • Ein Fluss kann nach einem Hochwasser, Felssturz, etc. von einem Tag auf den anderen völlig anders aussehen; man kann sich nicht darauf verlassen, dass man den Fluss kennt; dies ist ein großer Unterschied zum Klettern, wo im Normalfall Wände etwas stabiler sind.

Soloalpinisten werden seit jeher einerseits bewundert, anderseits als Spinner und Freaks gesehen. Beschäftigt man sich genauer mit Bewegung in und mit der Natur, in diesem Fall mit dem Kajak, so bin ich der Meinung, dass beide „Spielformen“ absolut ihre Berechtigung haben. Ich würde sogar sagen, ein wirklich ganzheitlich gesehen guter Alpinkajaker kann sich in der Gruppe entfalten und führen (oder auch einmal unterordnen) und ist auch als Solokajaker „komfortabel“ mit sich selbst unterwegs. Beide Varianten sind sehr unterschiedlich und dennoch recht eng miteinander verwandt; wer sich selbst nicht kennt, kann auch in einer Gruppe, wenn es um mehr als nur – „um den Offensee wandern“ geht (ohne das jetzt abwertend zu meinen) – nicht wirklich seinen Mann (bzw. Frau) stehen.

Ist man All-Ein (einer meiner Lehrmeister hat mich einmal auf diese sprachliche Feinheit aufmerksam gemacht) muss man sich in jedem Fall bewusst sein, dass es keinen Rückhalt gibt; keinen, der meinen Fehler für mich gut machen kann, keiner, der mich rettet – dafür kann ich mich voll und ganz auf mich konzentrieren.

Ist man auf schwerem Wildwasser unterwegs, ist man so bei der Sache, dass man kaum zum Nachdenken kommt. In den ruhigen Zwischenphasen und am Abend – dann, wenn man alleine ist in dieser unbeschreiblichen Einsamkeit, dieser Reduziertheit auf das Wesentliche, das man an Materiellem mit sich an Bord hat, kein künstlicher Lärm, keine anderen Menschen – ja, in diesen Phasen ist man mit sich und seinem Leben allein. Man macht Höhen und Tiefen durch und manchmal zweifelt man, hat Ängste und Sorgen.

Ich weiß jedoch, dass diese Phasen kommen und kann damit umgehen. Wenn man sich entschlossen hat, etwas zu machen; so startet man und kommt ans Ziel; fertig; dass man einen Fehler machen kann ist menschlich, dass ein grober Fehler einem auch das Leben kosten kann, ist eigentlich nichts Besonderes; denn wenn man ins Auto einsteigt und einen groben Schnitzer macht, wird man auch bestraft.

Zum Thema Solokajaken wurde ich im Anschluss an meine Tour auch von einem englischen Sportstudenten befragt, der zur Zeit an einer Mastaarbeit „Solokayaking“ arbeitet. Ein interessantes Thema, das sehr im Schatten von Freeclimbing, Solobergsteigen etc. steht. Die Bergsteigerlegenden Buhl, Preuss, Messner und Co. sind auch medial und wissenschaftlich immer wieder aufgearbeitet worden, auch die mentalen Aspekte.

Die Liste der unbekannten bekannten Kajakpioniere, die viel solo unterwegs waren, ist jedoch auch lange: Von Oskar Speck, Hans Memminger, Hans Matz, Mike Jones, Hannes Lindemann bis zu Dave Manby, etc. Vieles ist vergleichbar mit den anderen Alpinsportarten, manches unterschiedlich.

Solokajaken ist unbeliebt und gilt selbst bei österreichischen Kajakern als gefährlich. Ich beschäftige mich seit Jahren jedoch mit Gruppendynamik und paddle auch bei uns viel – teils auch schweres Wildwasser – solo. Ich verspüre auch oft leichte Angst, vor allem dann, wenn ich gestresst und unter Druck Solotouren mache. Bin ich mit mir und der Natur im Reinen, ist es eine wunderbare Ergänzung zum Kajaken mit Partner. (Nebenbei: Mein verlässlicher junger Partner Martin Spiessberger konnte aufgrund mangelnder Sponsoren heuer nicht mitkommen.)

Ich starte am 02.08. mit dem lokalen Bus zu meiner Einstiegsstelle an Tsarap Chu. Auf 4600 m Seehöhe befindet sich am Leh-Manali Highway ein kleines Blechhütten Dorf – Sarchu bzw. Sir Bhum Chun. Dort verbringe ich eine Nacht und am nächsten Tag starte ich los. Es ist die wärmste Zeit des Jahres und dennoch trägt man hier dauernd Haube und es ist etwa 5 Grad kühl in der Nacht; die Lokalbevölkerung hilft mir beim Tragen des gesamt etwa 40 kg schweren Bootes zum Fluss und sagt mir, dass heuer extrem viel Schnee war und dadurch (was ich vorher schon wusste) das Wasser am Fluss extrem hoch ist.

Ich paddle einige Stunden; das Wasser trägt mich schnell voran. An einem wunderbaren Platz mit einem alten, vom Wetter geformten Sadebaum baue ich mein erstes Lager auf. Man ist mittlerweile fernab von jeglicher Zivilisation; der erste und zweite Box Canyon liegen hinter. Der Tsarap verengt sich dort auf wenige Meter und dort merke ich, dass 1-2 m!!! mehr Wasser sich durchpressen.

Bei einem abendlichen Spaziergang sehe ich, dass ich mein Camp – ohne es zu wissen – direkt in unmittelbarer Nähe einer der wirklichen Schlüsselstellen am Fluss aufgebaut habe. Der dritte Box Canyon (Zitat George Young: „Don’t swim“ ) ist ein etwa 500 m langer Canyon, den man paddeln muss (ein Umtragen ist zu absturzgefährlich). Ist man einmal eingefahren, so gibt es kein Entkommen mehr; am Ende wartet ein 2-3 Meter hoher Abfall, den man ebenfalls paddeln muss. Etwa 1 m mehr Wasser donnern heuer runter und der Abschlussabfall lässt sich nicht besichtigen. „Bildet der Fluss dort möglicherweise eine gefährlich rückläufige Walze“ ist ein Gedanke, den man immer wieder geschickt mit Selbstvertrauen wegschieben muss. Man hat sich für das Projekt entschlossen und es wird eine lösbare Hürde werden; auf dieses Bewusstsein muss man sich aufbauen.

Aus dem Tagebuch am 03.08.: „… ich fühle mich recht gut und bin nicht klassisch nervös; etwas angespannt; aber ich kann ja jetzt nicht mehr anders, ich wärme mich kurz auf und dann gehts los, Fehler darf ich keine machen; ich denke aber nicht an Fehler, erst jetzt, da ich das schreibe, wird mir mulmig. Der dritte Box Canyon ist lange, es schiebt und brodelt; riesige Pilze, ich reiße ordentlich an und bin durch; doch!!!! jetzt kommt noch die Schlüsselstelle (die Ausgangsstufe), wo Martl (Martin Spiessberger) und ich letztes Jahr so lange herum getan haben (damals mit etwa 1 m weniger Wasser). Ich fahre ins linke Kehrwasser (man kann hier mit dem Kajak stehen bleiben in einer Felsenbucht); etwa 50 m vor dem Abbruch, sehe nichts, nur dass es unten brodelt wie Sau und es donnert schier (Wassermassen); ich bin erstaunlich ruhig; dennoch habe ich zuerst in dem Kehrwasser keinen Plan, wie ich nun besichtigen soll; wenn ich nun aussteige und das Boot ist weg. Es bietet sich bei dem Wasserstand keine Stelle an, wo man aussteigen kann; auf der anderen Seite des Flusses geht auch nichts; ich bin nicht verzweifelt, aber einfach so runter (die Stufe auf gut Glück runter paddeln) will ich nicht; was, wenn der Rücklauf (kann eine tödliche Falle sein) einfach zu wild ist; nach ein paar Runden im Kehrwasser dann die Idee. Ich ertaste eine Sanduhr im Gestein; mit einer kleinen Prusikschlinge baue ich eine Befestigungsmöglichkeit für mein Boot; ich hänge das Boot an und kann so – vorsichtig – aufstehen und am felsigen Ufer etwas hinaufklettern. Nun sehe ich zwar nicht perfekt hinunter, aber das, was ich sehe, sieht zwar brutal aus, aber kein zerstörender „Maneater“ (tödlicher Rücklauf), Mitte rechts mit Linksschlag müsste gut gehen; vorsichtig kraxle ich in mein Boot zurück; baue meine Bootssicherung ab und ab gehts. Perfekt! Bin durch; jetzt erst bin ich nervös, was wenn das Boot an der Schlinge gekippt wäre und voll Wasser gelaufen, etc….“

Bis Phuktal bin ich 3 Tage völlig einsam und alleine unterwegs; es gibt wunderschöne Momente, aber auch anstrengende Phasen mit sich selbst; Zweifel, man glaubt die Bergriesen und die unendliche Einsamkeit zermürben einen, man lacht und ist aber auch traurig – das Leben hochkonzentriert.

Wunderschön ist vor allem die Paddlerei am natürlichen Stausee; 2015 hat eine Mure den Fluss aufgestaut, ein etwa 10 km langer, natürlicher Stausee zähmt den Tsarap; durch das Fehlen der Flussbewegung setzen sich die Sedimente des Gletscherwassers und man paddelt auf unglaublich türkisem Wasser. Oben blau, brauner und roter Fels und dann türkis; dies ganz allein, man hat das Gefühl, nicht auf dieser Welt zu paddeln und es ist fürwahr etwas ganz Außergewöhnliches, das es in dieser Art und Weise nur einmal auf diesem Planeten gibt.

Märchenland entstanden durch einen gewaltigen Felssturz der den Fluss staut

Nur wenige Menschen haben das dort auch gesehen; die ladakhische Bevölkerung will stets wissen, wie es nun dort aussieht. Sie vermuten einen Wasserfall. Die Lawine hat den Fluss zugeschüttet und der Tsarap hat sich in 2 Kanälen einen Ausfluss gegraben. Dort ist es auch aus mit dieser mystischen, schönen Ruhe. Der Fluss donnert in einem schweren Wildwasserabschnitt aus dem See; durch das viele Wasser herrscht heuer so ein Druck, dass das Wasser wieder aufgewirbelt wird und nicht wie letztes Jahr türkis, sondern braun aus dem See ausfließt. Ich arbeite wieder hochkonzentriert; kaum Muße zum Fotografieren; nur kurze Filme beim Scouten (Besichtigen). Da ich GoPro verweigere: Keine Heldenaufnahmen …

Am dritten Tag am Nachmittag erreiche ich Phuktal und sehe voll Freude die ersten Arbeiter, die hoch über mir Pfade errichten. Die kleinen Mönche sehen mich und laufen wie wild auf mich zu; einige wissen noch meinen Namen und in wenigen Minuten finde ich mich aus der absoluten Einsamkeit kommend in einem Freudentaumel vieler kleiner Jungen wieder.

Ich bin sehr glücklich und pausiere 2 Tage im Kloster bei meinem Lehrerfreund Stanzing. Er sagt mir auch, dass ich erst der Zweite bin, der dieses Jahr angepaddelt kommt. Nur Freund und Kajaklegende Darren Clarkson King (er ist unter anderem alle Flüsse aus dem Everest Gebiet solo gepaddelt) war vor mir, jedoch bei weniger Wasser am Fluss. Darren führt technisch gute Paddler normal am Tsarap, hat jedoch dieses Jahr noch keine kommerziellen Touren angeboten, da die Wasserstände stets zu hoch sind.

Mit Phuktal ist ein großes Etappenziel erreicht und einer der schwierigsten und härtesten Abschnitte all meiner  Solotouren liegt hinter mir. Wunderbar und dennoch so wild; man wird kleiner als klein in dieser Welt und das ist eine gute „Lehrstunde“  von Mutter Natur.

Der Weg von Phuktal nach Padum bietet schweres Wildwasser, hoch konzentriert reise ich weiter; immer wieder im Kontakt mit Hirten, Bauern und Locals. Ich genieße das Ende der Einsamkeit. Am Tag bin ich auf mich allein gestellt, aber im Anschluss kann ich in einem Dorf Halt machen und die Gastfreundschaft der Menschen genießen. Ich arbeite bei der händischen Gerstenernte mit und spüre die Lebenskraft der Menschen dort. Arbeit als Teil des Lebens – als Meditation immer mit einem Lächeln auf den Lippen – sind ganz besonders die Alten mehr als Vorbilder; sie lehren einem Zufriedenheit, Ruhe und oftmals frage ich mich, wieso wir so weit entfremdet sind von dieser Einheit mir der Natur und unserem eigenen inneren Zufriedensein.

Nach 10 Tagen am Fluss erreiche ich das Dorf Nimmu am Indus. Den letzten Flussabschnitt am Zanskarfluss paddle ich mit einem deutschen Kajaker, den ich gegen Ende meines Weges treffe. Er war mit 2 Engländern unterwegs und wollte diese Landschaft nicht so schnell durchreisen. Er lernte mich kennen und so genossen wir die letzten Flusskilometer gemeinsam. Da der Zanskar heuer wirklich unbeschreibliche Wassermassen mit sich führt, war es ganz angenehm, zum Schluss nicht All-Ein zu sein. Einige schaurige, riesige Wellenzüge lassen sich so gemeinsam genießen …

Kleiner Wermutstropfen: Durch die Zanskarschlucht hat das indische Militär begonnen, eine Straße zu bauen, die in 6 Jahren fertig sein soll. Dann bleibt hoffentlich noch der Tsarap Chu als das unberührte Naturwunder.

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