Fahrradtour auf dem Maare-Mosel-Radweg – Vulkaneifel Urlaub

Der Naturfotograf Bernd Strempel ist quasi schon Teil des outdoorer Teams – sorgen doch seine fantastich illustrierten und packenden Reiseberichte nicht nur bei den Lesern, sondern auch bei uns für Begeisterungsstürme. Dovrefjell, Fotografieren von Rentieren und Polarlichtern, Wanderung mit Hund Luna im Nationalpark Eifel, Trekking Radtour an der Mosel, in der Eifel und am Rhein, Skandinavien-Rundreise mit Kindern – jeder Reisebericht von Bernd ist ein wahres Highlight. Dieses Mal steht eine Fahrradtour auf dem Maare-Mosel-Radweg an. Beim Vulkaneifel Urlaub wird er von seinem Sohn Simon begleitet.

Eine Radtour durch die Vulkaneifel – auf dem Maare-Mosel-Radweg ging es vor Ostern 2018 von Daun in der Vulkaneifel zur Mosel und durch die Südeifel

Bis in den März hatten wir in diesem Jahr bei uns im Rheinland Frost und Schnee, und es sah nicht so aus, dass das frühe Osterfest und die Ferien in eine Zeit mit stabilem Wetter und angenehmen Temperaturen fallen würden. Aber mein Sohn Simon hatte Lust, mal wieder mit mir aufs Rad zu steigen und eine gemeinsame Tour zu machen. Da ließ ich mich nicht zweimal bitten.

Vulkaneifel Radtour planen

Normalerweise hätten wir dafür unsere Campingausrüstung  hervorgeholt. Im Lager warteten das Ultraleichtzelt Trek Escape oder das Leichtzelt Trek Santiago darauf, aus dem Winterschlaf geweckt zu werden. Mit den selbstaufblasbaren Isomatten Trek Bed hätten wir auch bei Kälte in den Zelten nicht schnell gefroren. Aber der Wetterbericht sagte nicht nur kühles, sondern auch nasses Wetter voraus und so planten wir eine kurze Tour mit Unterkünften in der Jugendherberge.

Leider hatten wir nur drei Tage gemeinsam Zeit, aber ich hatte schon seit längerem eine Strecke im Kopf, die sich jetzt anbot. Um die geplante Distanz zu schaffen, mussten wir zunächst mit dem PKW ins 150 Kilometer entfernte Daun fahren. Die kleine Stadt liegt mitten in der Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Der Name Vulkaneifel ist nicht irreführend, denn tatsächlich waren in dem Gebiet bis vor 10.000 Jahren noch Vulkane aktiv,  und es flossen Lavaströme durch die Landschaft. Als diese erloschen, bildeten sich die Maare – Kraterseen, welche sich in den durch vulkanische Aktivitäten entstandenen Mulden bildeten.

1. Teil der Maare-Mosel-Radweg Etappen

Entlang einiger Maare und durch das Gebiet der ehemaligen Vulkane führt der Maare-Mosel Radweg. Eine ehemalige Kleinbahntrasse wurde auch hier für Freizeitaktivitäten umgebaut und führt von Daun bis nach Bernkastel-Kues an die Mosel. Die Strecke bis Bernkastel-Kues beträgt nur knapp 60 km und wäre für eine Tagestour fast zu kurz. Aber es liegen einige interessante Sehenswürdigkeiten an der Strecke, wie zum Beispiel die Kraterseen.

Gleich hinter dem Start kam der erste von mehreren Tunnels auf der Trasse. In diesen sind teilweise die Decken abgehängt und in den Holzkästen haben Fledermäuse ihre Ruheplätze. Teile der alten Infrastruktur der Bahnstrecke – wie Signale, Bahnhöfe oder Loks – blieben erhalten und finden sich entlang des Wegs.

Das Wetter war am ersten Tag nicht so schlecht wie gemeldet und wir konnten mittags an einem Rastplatz unseren Trangia rausholen und ein bisschen bruzzeln. Gleich danach holte uns aber der Regen ein und wir erreichten das Ende des Maare-Moselradwegs im trüben und nassen Wetter.

Im Ort Lieser trafen wir auf den Fluss und ein paar Kilometer weiter lag dann Bernkastel-Kues. Eine längere Pause und ein Fußmarsch durch den Ortskern, um Simon etwas von dem alten Städtchen zu zeigen, mussten sein. Aber mehr Spaß hätte es bei trockenem und vielleicht auch sonnigerem Wetter gemacht.  Viele Touristen waren noch nicht da. Die Ausflugsschiffe lagen noch an ihren Anlegern. Doch zum nächsten Wochenende würde sich das schnell ändern. Bereits an diesem Tag war die Jugendherberge in Bernkastel ausgebucht und daher fuhren wir weiter bis Traben-Trarbach.

Trotz des nassen Wetters war die Fahrt dorthin wirklich schön. Wie schon im Vorjahr beeindruckten mich – und jetzt auch Simon – die teilweise extrem steilen Hänge, in denen der Wein wächst. Stellenweise führte uns der Radweg mitten durch die Weinlagen und wir sahen wieder die Winzer, wie sie durch die Reben stiegen und diese pflegten. Angesichts der Masse an Weinbergen fragten wir uns, wie man diese Arbeit zu Ende bringen soll.

Pitschnass und unter dem Regenzeug durchgeschwitzt erreichten wir Traben-Trarbach. Die Jugendherberge empfing uns mit einem schönen Zimmer, frisch bezogenen Betten und einem tollen Abendessen. Keine schlechte Alternative zum Campen – bei dem Wetter.

Entspanntes Radfahren an der Mosel

Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgedehnten Frühstück ging es weiter. Die nächste Etappe war bewusst kurz angelegt und sehr einfach zu fahren. Ziel war Cochem und einziger Höhepunkt war das entspannte Radeln entlang der Mosel, die Fahrt durch die alten Dörfer und Städtchen und der immer wieder beeindruckende Mix aus Fluss, Kultur und Weinbergen.

Ohne Anstrengung und bei unerwartet gutem Wetter erreichten wir Cochem, wo sich die Reichsburg imposant über der Stadt erhebt. Noch zogen Wolken durch, doch das Wetter war unerwartet frühlingshaft geworden und zog sofort die Touristen auf die Straße. Wir nutzten unsere frühe Ankunft in der Jugendherberge. Einchecken, duschen, umziehen und dann (ohne Räder) runter in die Stadt – Bummeln in den alten Gassen, entlang der Mosel, zwischen allerlei Touristen und schon einigen Fremdsprachen. Cochem ist eine der am meisten besuchten Städte an der Mosel.

Abendessen in der Jugendherberge, Entspannen mit Blick auf den Fluss, Musik hören, Lesen. Der Tag ging ruhig zu Ende.

Finale der Fahrradtour auf dem Maare-Mosel-Radweg

Das Wetter blieb auch an unserem dritten Reisetag schön und wurde sogar noch besser. Das war unser Glück, denn wegen des Wetters und der einfallenden (Rad-)Touristen hatte sich der Verkehrsverbund entschlossen, den RegioRadler früher als geplant in Betrieb zu nehmen. Eigentlich hätten wir von Cochem aus über die Bundesstraße (ohne Radweg!) ca. 500 Höhenmeter hoch gemusst, um wieder nach Daun zu kommen. Das Höhenprofil war schon bei der Planung unumgänglich gewesen. Wir hatten uns auf Schieben und Schwitzen eingestellt. Nun aber konnten wir unerwartet einen Bus nehmen, der uns den Teil der Strecke mit der meisten Steigung mitnahm. Da stiegen wir gerne ein.

Die gewonnene Zeit nutzten wir dann, um nochmals an den Maare-Moselradweg zu fahren und einige Sehenswürdigkeiten anzusteuern, die wir am ersten Tag ausgelassen hatten. So fuhren wir an das Schalkenmehrener Maar und auch nochmal zurück an das Pulvermaar bei Gillenfeld. Dort liegen zwei riesige Gesteinsbrocken. Beide bestehen aus Lava, die nach einer Vulkaneruption erkaltete. Die Entstehung dieser beiden „Lavabomben“ wird im Vulkanhaus in Strohn erklärt. Die kleinere der beiden ist aber tatsächlich erkaltete Lava, die wie eine Bombe aus dem Vulkan geschleudert wurde. Die vulkanische Aktivität ist übrigens noch nicht erloschen. Weiterhin gilt das Gebiet aktiv und neue Ausbrüche sind laut Geologen in (ferner) Zukunft wahrscheinlich. Kohlensäure, die aus dem Gestein nach oben dringt, lässt die Maare an einigen Stellen blubbern. Und an einigen Stellen tritt mit Kohlensäure versetztes Mineralwasser aus dem Boden und kann getrunken werden. Große Abfüllungen gibt es zum Beispiel in Gerolstein. Bis nach Aachen gilt die Region zudem als Erdbeben-Risikogebiet.

Auf unserem Rückweg machten wird noch mal Halt und holten den Trangia für eine warme Mahlzeit raus. Das Wetter lud dazu ein, sich Zeit zu lassen. Der Weg zurück nach Daun war da nicht mehr weit und zudem einfach zu fahren, da die Steigungen auf den ehemaligen Bahntrassen ja vollkommen undramatisch sind. Am Nachmittag erreichten wir dann die Jugendherberge in Daun, wo wir zwei Tage zuvor unser Auto abgestellt hatten. 200 km lagen da hinter uns. Zwar eine kurze, aber dafür sehr schöne Tour mit tollen Eindrücken. Pünktlich zur Ankunft in Aachen fing es dann auch wieder an zu regnen. Die Rad- und Toursaison 2018 ist somit eingeläutet ;-)

Informationen zur Vulkaneifel und zum Maare-Mosel-Radweg:

http://www.maare-moselradweg.de/page.php

https://www.eifel.info/natur/vulkane

https://www.vulkaneifel.de/vulkaneifel-entdecken.html

Zudem gibt es eine sehenswerte Reportage aus der WUNDERSCHÖN-Reihe des WDR, die den Maare-Moselradweg und nahegelegene Ziel vorstellt:

Weitere Infos zum Radeln in der Südeifel und an den Flüssen Mosel und Rhein findet ihr in meinem Beitrag zur Trekking-Radtour 2017.

 

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