Motorrad Tour ans Schwarze Meer zum guten Zweck inkl. Testbericht zu Trek Bed 2, Trek Bag 70 und 4 Continents

Die TravelBikers Matias und Pascal verfolgen auf ihren großen Motorrad Touren immer einen guten Zweck. Diesmal haben sie ein SOS Kinderdorf in Rumänien besucht und den Kindern Geschenke mitgebracht. Auf ihrer Tour haben sie auch die selbstaufblasbare Isomatte Trek Bed 2, den Trekkingrucksack Trek Bag 70 und den Backpacker Rucksack 4 Continents einem Test unterzogen. Das Team von outdoorer freut sich, den Reisebericht zur Motorrad Tour ans Schwarze Meer inkl. Testbericht nun hier veröffentlichen zu dürfen.

travel_bikers_gruppenbildMan kann eine Reise noch so gut planen und organisieren, wenn die Politik nicht mitspielt, dann hat man keine Chance. So mussten auch wir unsere Idee, das schwarze Meer zu umrunden, dieses Jahr verwerfen. Zum Zeitpunkt unserer Reise waren die Spannungen in der Ukraine und Russland zu groß und die Gefahr nicht abschätzbar. Wir entschieden eine andere Route zu fahren. Keine großen Pläne mehr, die Spontanität wurde unser bester Freund.

travel_bikers_motorradAusgehend von Karlsruhe machten wir uns zunächst auf zu unserem ersten großen Ziel, dem SOS-Kinderdorf in Cisnadie / Rumänien. Wir wollten möglichst schnell Deutschland verlassen und fuhren bis Österreich auf Autobahnen. Zum einem kommt man, sofern die Autobahn frei ist, richtig zügig voran und man hat noch einmal Zeit, alle Belastungen des normalen Alltags abzuschütteln und sich auf das Abenteuer einzulassen.

Wir erreichten nach zwei Tagen Gyor. Gyor liegt in Ungarn und man merkt langsam, dass die Uhren nun anders ticken. Die Leute werden deutlich entspannter und alles läuft langsamer. An der Kasse des Supermarktes wird mit jedem Kunden ein kurzes Gespräch geführt, die Cafés sind morgens schon gefüllt und auch der Verkehr auf den Straßen, welche zunehmend schlechter werden, wird entspannter.

travel_bikers_2Wir fahren weiter und nähern uns Rumänien. Der Grenzübertritt klappt problemlos und wir nehmen Kurs auf Cisnadie. Einen letzten Zwischenstop machen wir in Saliste. Direkt in der Innenstadt gibt es einen kleinen Campingplatz, welcher schwer zu finden ist. Wir erfuhren später von dem Besitzer, dass das Hotel an der Hauptstraße ihm verbietet Schilder aufzustellen. Nicht gerade die günstigsten Bedingungen um für einen Zeltplatz zu werben. Wir entschieden uns einen Tag in Saliste zu pausieren. Wir wollten den Tag nutzen, um uns die Umgebung anzuschauen und etwas Angeln zu gehen. Wir folgten dem kleinen Fluss bis wir ein paar Kilometer von Saliste entfernt waren. Als wir eine gute Stelle gefunden hatten blieb uns fast der Atem weg. Der Fluss war derart vermüllt, dass man Stellenweise das Ufer nicht mehr erkennen konnte. Als wir abends den Zeltplatzbesitzer auf das Problem ansprachen, machte uns dieser klar, dass das Problem wohl bekannt sei, aber wohl mehr oder weniger akzeptiert wird. Das Umweltbewusstsein steckt also noch in den Kinderschuhen. Nach dem Motto aus den Augen aus dem Sinn wird einfach alles in den Fluss geschmissen. Aber es soll wohl noch Fische geben, die Frage ist wie lange noch…

travel_bikers_mit_kindAm kommenden Morgen verließen wir Saliste und trafen ein paar Stunden später im SOS-Kinderdorf ein. Dort wurden wir sehr herzlich empfangen. Uns wurde erklärt, wie viele Kinder und Jugendliche dort leben und wie ihr Tagesablauf ist. Uns wurden die Unterkünfte gezeigt und wir wurden über die finanziellen Nöte aufgeklärt. Gegen Mittag trafen dann die Kindergartenkinder ein. Wir überreichten ihnen unsere Geschenke und die Freude war sehr groß. Zum Schluss durften die mutigen auf der BMW Platz nehmen und eine Runde mitfahren. Wir haben festgestellt, dass die Verantwortlichen in Cisnadie einen hervorragenden Job machen. Sie geben den elternlosen Kindern sehr viel Liebe und führen sie in eine hoffentlich bessere Zukunft. Wir haben gesehen, dass sich unser Einsatz gelohnt hat und auch wenn unser Besuch nur ein paar Stunden gedauert hat, wir konnten den Kindern ein Lachen in das Gesicht zaubern und allein dafür hat es sich gelohnt.

Ein kurzer Blick auf unser Navigationsgerät offenbarte uns, dass wir es heute nicht mehr an das schwarze Meer schaffen. Das Wetter hatte umgeschlagen und die ohnehin schlechten Straßen bekamen noch eine spannende Zugabe. Denn ein mit Wasser gefülltes Schlagloch hebt sich fast nicht mehr ab von einer nassen Fahrbahn. Wir kämpften ein paar Stunden. Die Stoßdämpfer keuchten, Motorrad und Fahrer teilten sich den Schmerz. Wir entschieden in einem kleinen Bergdorf zu übernachten. Der dortige Zeltplatz, eine Mischung aus Schrottplatz und Hundezwinger sollte 10,00 € kosten. Ein Zimmer mit Dusche, TV und weichem Bett sollte 15€ kosten….nein, wir haben uns nicht für den Zeltplatz entschieden.

travel_bikers_handstandAm Morgen ging es dann endlich weiter Richtung Meer. Sonnenschein, gerade Straßen und der Hauch von Vorfreude. 450 Kilometer Landstraße spulten wir in 8 Stunden ab. Unser Ziel hieß Camp Venus. So heißt der Ort wirklich, aber das war auch das einzig positive. Wir waren hier allein mit Gastarbeitern. Die Hotels und Zeltplätze sahen aus wie Sotschi 3 Wochen vor den Olympischen Spielen: zerfallen, ungepflegt und natürlich überall Hunde.
Zu allem Überfluss hat die Suzuki von Pascal den Dienst quittiert. Nachdem wir sie zwei Kilometer auf den Zeltplatz geschoben haben und etliche Telefonate später stand fest, dass die Gute in eine Werkstatt muss. Pünktlich um 9:00 Uhr des darauf folgenden Tages kam der Abschleppservice und brachte das Bike zurück nach Constanta. Ein freundlicher Mechaniker machte sich motiviert an die Aufgabe, den Fehler zu finden und zu beseitigen. Nach sechs Stunden stand fest, dass die Zündspule und die CDI höchstwahrscheinlich defekt sind. Da die Teile nicht verfügbar sind holte der ADAC das Bike heim.
Wer denkt wir geben auf und kommen heim, der hat sich geschnitten. Zugegeben, die anfängliche Euphorie und das männliche Bestreben zu zeigen, dass wir nicht aufgeben und unsere Reise fortsetzen, änderte sich in den folgenden Tagen in ein zartes Wimmern.

travel_bikers_unterwegsZu viel Gepäck und zu wenig Platz auf dem Motorrad machten uns schon zu schaffen. Aber wir können sagen, dass wir jeden Kilometer ab diesem Zeitpunkt intensiv genossen haben…

Nachdem wir jede Möglichkeit genutzt hatten, Informationen über die Ukraine, auch von einheimischen Leuten, zu erhalten und uns allesamt davon abgeraten haben, durch die Ukraine zu fahren, mussten wir auch das Ziel Georgien endgültig streichen.
Stattdessen machten wir uns auf den Weg in die Türkei.

Von der Küste Bulgariens ging es in das Inland zum Grenzübergang in die Türkei. Die Straßen waren sehr schlecht und die BMW und das verbaute Zubehör mussten einiges wegstecken. Auf dem Weg war überall Polizei, aber uns ließen sie ohne Probleme passieren. Der Grenzübergang an sich gestaltete sich auch relativ einfach. Moped registrieren und ab die Post. Der Chiefinspector gab sein OK, nachdem er uns und das Motorrad musterte, und wir fuhren weiter Richtung Istanbul.
Istanbul, eine Multimillionenstadt, machte uns das Leben zur Hölle. 26 Grad und eine Stadt, die aus einem riesigen Stau besteht. Die Autofahrer fahren sehr aggressiv, jede noch so kleine Lücke wird ausgenutzt. Gegen 21 Uhr erreichten wir schließlich total erschöpft Sile.

Die Straßen wurden nach Istanbul kontinuierlich schlechter und wir kamen sehr langsam voran. Wir brauchten für 150 Kilometer ca. 5 Stunden, aber auch die Türkei hat das Problem erkannt. Derzeit wird eine Autobahn von Istanbul nach Georgien gebaut. Sie soll direkt an der Küste verlaufen. Nur der Fertigstellungstermin steht noch in den Sternen.

Unser nächstes Ziel hieß Griechenland und wir machten uns auf den Weg nach Erdek. Erdek ist ein kleines Städtchen direkt am Meer und hat wahrscheinlich die besten Zeiten hinter sich, zumindest schaut es so aus.
Wir haben auf der Reise auch feststellen müssen, dass die Tierwelt uns sehr mag. So klaute uns ein Hund in Rumänien zwei Baguettes, in einer Nacht schlich sich eine Katze in unser Zelt, Rudel von Hunden verfolgten uns wenn wir zusammen Moped fuhren und Rinder stellten sich uns in den Weg. Einzig die Delphine blieben auf Distanz und zogen ihre Bahnen 200 Meter vor uns im Meer.
Es wurde zunehmend wärmer und das Klima trockener.

Die Ausreise aus der Türkei stand auf dem Programm. Dazu mussten wir zunächst mit der Fähre bei Cardak nach Gelibolu übersetzen, damit hatten wir den Kanal des Marmara-Meer überquert. Gerade Mal 10 türkische Lira hat die Fährfahrt gekostet. Auch an der Grenze hatten wir keine Probleme. Mit dem Ausreisestempel auf unserem türkischem Pass-Dokument und dem Passieren der bewaffneten türkischen und griechischen Soldatenstellungen, konnten wir die letzten Kilometer zu unserem Camping in Griechenland am Mittelmeer bewältigen. Wir haben uns einen Tag Pause in Alexandroupolis gegönnt. Vormittags haben wir unsere freie Zeit am Strand verbracht und ordentlich Sonne und Farbe getankt. Nachmittags haben wir dann fleißig im Hafen geangelt, mit mittelmäßigen Erfolg.
Alexandroupolis ist eine schöne Mittelmeer Stadt und wer auf der Durchreise ist, kann problemlos einen Zwischenstopp einlegen. Der Campingplatz ist gepflegt und das Personal sehr freundlich. Wir fuhren weiter Richtung Kosovo und Albanien.

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Das warme Wetter machte uns zunehmend zu schaffen. Wir versuchten, möglichst viele Kilometer Vormittags zu fahren, was aber nicht immer klappte.
Über Bulgarien führte uns unsere Reise zunächst nach Mazedonien. Weiter ging es dann nach Serbien und in den Kosovo. Die Republik Kosovo hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Die Innenstädte sind voll von jungen freundlichen Menschen. Es wird sehr viel gebaut und man merkt deutlich, dass es vorwärts geht.

travel_bikers_strandUm die Mittagszeit versuchten wir in Albanien einzureisen. Der Grenzbeamte nahm seinen Job sehr ernst und ließ uns das komplette Motorrad abpacken. Wir mussten unsere Kisten öffnen und erklären, was sich in diesen befand. Irgendwann sah der Grenzbeamte dann ein, dass wir wohl keine Schmuggler sind und auch sonst keine Gefahr von uns ausgeht. Er gab uns den Tipp, dass wir keine Landstraße fahren sollten, sondern lieber die neue Autobahn nutzen sollten. Wir hörten natürlich nicht und fuhren die alte Grenzstraße Richtung Montenegro. So schön die Landschaft ist, so schwierig ist die Straße zu fahren. Die Kurven sind sehr eng, die Scheitelpunkte oft nicht sichtbar. Überall stehen alte Bunker und man ist mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Schlussendlich erreichten wir die kleine Hafenstadt Bar in Montenegro. In Bar sprachen wir ein junges Pärchen an, welches uns spontan bei sich übernachten ließ.
Nachdem der Wecker des russischen Pärchens um 5:00 Uhr geklingelt hatte, machten wir uns eine Stunde später auf den Weg Richtung Bosnien. Die 600 Kilometer vom Vortag lagen uns allerdings so extrem in den Knochen, dass wir nach hundert Kilometern erschöpft aufgeben mussten.
So machten wir uns einen entspannten Tag am Meer. Wir gingen baden und erkundeten die Gegend. Weiter ging unsere Reise. Zunächst sind wir nach Kroatien eingereist. Nach ein paar Kilometern überlegten wir uns, dass wir uns auch gerne Bosnien anschauen würden. Gesagt, getan. Wir fuhren zum Grenzübergang und legten ein paar Kilometer in den Bergen zurück. Diese Gegend ist wirklich sehr arm und gab uns Westeuropäern doch stark zu denken. Überall Relikte aus dem Krieg. Ganze Dörfer sind verlassen und kein Mensch ist zu sehen. Wir drücken den Menschen die Daumen für die Zukunft, denn die wenigen, die wir getroffen haben, waren sehr nett.
Gegen Abend erreichten wir die Stadt Split.

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Die Sonne lachte und brannte uns bereits am nächsten Morgen auf die Schultern. Da brauchten wir nicht lange überlegen, klar blieben wir einen Tag in Split. Wir beschlossen, die Stadt zu erkunden. Am Strand liefen wir bis in die Innenstadt und den Hafen von Split.
Den Abend verbrachten wir an der Strandpromenade und lauschten den kleinen Wellen des Mittelmeeres.

Ab diesem Zeitpunkt war unser eigentliches Abenteuer zu Ende. Ein Abenteuer, das uns wieder eines ganz unverblümt vor Augen geführt hat. Menschen, die aus unserer westlichen Sicht arm zu sein scheinen, sind es oft nicht. Sie haben nicht die finanziellen Mittel wie wir, werden sich wahrscheinlich nie die Sachen leisten können, welche wir uns gönnen. Aber sie haben sich die Fähigkeit bewahrt, aus wenig viel zu machen. Sie haben es sich bewahrt, das Wenige, das sie haben, mit uns zu teilen. Wir konnten auf dieser Reise Menschlichkeit erleben, jeden Tag und jede Stunde. Menschlichkeit, die uns manchmal in unserer westlichen Welt und in unseren Denken verloren gegangen zu sein scheint.

 

Testbericht: selbstaufblasende Isomatte Trek Bed2, Trekkingrucksack Trek Bag 70 und Backpacker Rucksack 4 Continents

Die Produkte von outdoorer konnten wir nicht nur während dieser Tour sondern bereits während unserer Ostertour 2014 testen. Neben zwei Rucksäcken in unterschiedlichen Größen, den 4 Continents eine 85 Liter Variante, welche man nochmals zusätzlich mit 10 Litern erweitern kann, und den Trek Bag eine 70 Liter Variante, konnten wir auch die beliebte Isomatte von outdoorer, nämlich die Trek Bed 2 einem Test unterziehen.

Die Rucksäcke sind perfekt geeignet um alle Angelutensilien und weitere Dinge im Rucksack zu verstauen. Die zusätzlichen Fächer sitzen an richtiger Ort und Stelle und auch im Regen haben wir kein Eindringen von Wasser verzeichnen können. Gleichzeitig hat man ein wirklich angenehmes Tragegefühl, sodass der Rucksack auf dem Rücken schnell vergessen ist. Über den Verstellmechanismus kann der Rucksack auf jede Körpergröße angepasst werden, sodass dieser Rucksack von jedermann getragen werden kann.

Die selbstaufblasende Isomatte Trek Bed 2 hat hervorragend in kalten Nächten geglänzt und unsere Körper gegenüber dem kalten Boden isoliert. Auf diese Weise ist der erste Schritt zur warmen Nacht vollzogen, jetzt muss nur noch der Schlafsack stimmen. Auch auf der Black Sea Tour haben wir die Isomatte in den 22 Tagen täglich auf und wieder abgebaut und keine Verbrauchserscheinungen feststellen können. Die Verarbeitung scheint wirklich gut und auch der Ventil-Verschluss macht nicht den Anscheins, als ob er beim nächsten Mal auseinanderfallen würde, im Gegenteil.

Insgesamt zeugen die Produkte von outdoorer.net von guter Qualität und überzeugen durch viele feine Kleinigkeiten und Funktionalität, welche den Tour-Alltag deutlich vereinfachen und so das Leben einfacher gestaltet. Auf diese Produkte ist Verlass.

Für alle visuellen Typen, gibt es zur Motorrad Tour ans Schwarze Meer auch einen tollen Tourfilm:

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